Feiernde Anhänger des afrikanischen gewählten südafrikanischen Präsidenten Ramaphosa
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Hoffnung auf bessere Wirtschaftspolitik Zuma-Rücktritt treibt Südafrikas Börse an

Stand: 15.02.2018, 16:41 Uhr

Die Finanzmärkte in Südafrika haben am Donnerstag das Ende der Zuma-Ära gefeiert. Aktien und Anleihen des Lands am Kap sind gefragt. Auch der südafrikanische Rand wertet auf.

Die Landeswährung kletterte zeitweise auf den höchsten Stand seit knapp drei Jahren. An den Devisenmärkten kostete ein Dollar 11,65 Rand. Vor drei Monaten hatten Anleger noch 14,47 Rand für einen Dollar hinblättern müssen. Auch zum Euro legte der Rand etwas zu. Ein Euro verbilligte sich am Donnerstagnachmittag auf 14,52 Rand. Vor zehn Tagen hatte der Euro noch bei rund 15 Rand notiert.

Run auf Südafrika-Bonds

An der Börse in Johannesburg gab es eine Erleichterungsrally. Der Leitindex JSE und der breiter gefasste All-Share-Index zogen um jeweils 3,5 Prozent an.

Auch die Nachfrage nach Staatsanleihen war groß. Die Rendite zweijähriger Bonds fiel auf 6,92 Prozent, das tiefste Niveau seit September 2017. Achtjährige Staatstitel rentierten bei knapp 8,3 Prozent.

Selbst ausländische Aktien profitieren

An der Londoner Börse legten Aktien von Firmen zu, die stark auf dem südafrikanischen Markt engagiert sind: Titel des Versicherers Old Mutual gewannen fast vier Prozent. Die Papiere des Rohstoffkonzerns Anglo American kletterten um rund drei Prozent nach oben.

Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa mit erhobenem Zeigefinger

Südafrikas neuer Präsident Cyril Ramaphosa. | Bildquelle: Imago

Südafrikas Präsident Zuma hatte sich am Mittwoch dem Druck seiner Partei gebeugt und war mit sofortiger Wirkung von seinem Amt zurückgetreten. Gegen Zuma, der als Anti-Apartheid-Kämpfer bekannt wurde und seit 2009 im Amt war, gab es seit Jahren immer wieder Korruptionsvorwürfe. Die Regierungspartei ANC hatte bereits am Dienstag seine Absetzung beschlossen.

"Ende der Seifenoper"

Damit sei die politische Seifenoper zunächst zu einem Ende gekommen, schrieben die Volkswirte vom Analysehaus NKC African Economics in einem Kommentar. "Es wird erfreulich sein zu sehen, wie die Hingabe der Partei im Bestreben Zuma loszuwerden nun dafür verwendet wird, die Wirtschaft wieder aufzurichten." Immer noch habe die ANC-Partei mit Korruption in den eigenen Reihen zu kämpfen. Neuer Präsident Südafrikas soll Cyril Ramaphosa werden, der Zuma im vergangenen Jahr an der Spitze des ANC ablöste.

Südafrikas Finanzmärkte reagierten bereits seit geraumer Zeit positiv auf jedes Anzeichen für ein Ende der Ära Zuma. Unter anderem durch unberechenbare Personalwechsel im Finanzministerium hatte seine Politik die Landeswährung lange Zeit immer wieder unter Druck gebracht.

Droht bald der nächste Rückschlag?

Zuletzt hatten viele Emerging-Markets-Fondsmanager Südafrika gemieden. Die Ratingagentur Moody's könnte im Frühjahr den Daumen über das Land am Kap senken und die Bewertung der Staatsanleihen auf Ramschniveau senken. Dann würde eine Kapitalflucht aus dem Land drohen.

nb