Italien Euro Krise

Werden die Banken angezapft? ... und immer wieder Italien

Stand: 05.10.2018, 11:05 Uhr

Italien ist trotz horrender Schulden und umstrittener Haushaltsplanung kein bisschen leise. Das italienische Volk ist der Regierung im Zweifel wichtiger als das Diktat Finanzmärkte. Auch den italienischen Banken könnte es an den Kragen gehen.

Vize-Ministerpräsident Luigi Di Maio sagte am Freitag im TV-Sender RAI3, er werde eher die Interessen der Italiener verteidigen als sich den Zwängen der Finanzmärkte beugen. Die Märkte seien zwar wichtig. "Aber wenn ich mich zwischen dem Risikoaufschlag für italienische Staatsanleihen und dem italienischen Volk entscheiden muss, wähle ich das italienische Volk", sagte er mit Blick auf höhere Kosten für die Geldbeschaffung an den Finanzmärkten.

Italien muss höhere Zinsen zahlen, weil Anleger Angst vor einer neuen Schuldenkrise haben. Erschwerend kommt hinzu, dass die Wirtschaft längst nicht so stark wächst wie gedacht. Italien senkte heute seine Prognose für das Wirtschaftswachstum in diesem Jahr auf 1,2 Prozent von zuvor 1,5 Prozent.

Banken geht es an den Kragen

Um mehr Geld in die Kassen zu bekommen, erwägt Italien Regierungskreisen zufolge die Kappung von Steuervorteilen für Banken. Im Gespräch sei unter anderem, dass die Institute nicht mehr so hohe Abschreibungsmöglichkeiten haben sollten, sagte ein Insider am Donnerstag.

Die Äußerungen deckten sich mit einem Bericht der Tageszeitung "Il Sole 24 Ore". Vize-Regierungschef Luigi Di Maio sagte, den Banken müssten einige Privilegien genommen werden. "Die Dinge werden sich ändern." Der italienische Bankenverband ABI warnte dagegen davor, den Druck auf die Geldhäuser zu erhöhen. Dies könne die Konjunktur schwächen, da womöglich die Kreditvergabe an Unternehmen gedrosselt werde.

bs

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