Lädierte türkische Flagge

Entspannung in der Türkei? Türkische Inflation geht leicht zurück

Stand: 03.12.2018, 12:53 Uhr

Die türkische Lira hat sich von ihren Tiefs zuletzt recht deutlich erholt, auch die Inflationsrate ist im November etwas gesunken. Von einer echten Entspannung kann in der Türkei angesichts der noch immer hohen Teuerung jedoch keine Rede sein.

Die Verbraucherpreise seien im November gegenüber dem Vorjahresmonat um 21,6 Prozent gestiegen, teilte das nationale Statistikamt heute in Ankara mit. Das ist weniger als von vielen Bankvolkswirten erwartet. Im Oktober hatte die Inflation noch erstmals seit gut 15 Jahren über 25 Prozent gelegen.

Am stärksten von diesem Rückgang betroffen war der Transportsektor, wo die Preise um 6,46 Prozent sanken. Lebensmittel verbilligten sich ebenfalls leicht um 0,74 Prozent. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum wurde allerdings bei den Lebensmittelpreisen ein Anstieg von 25,66 Prozent verzeichnet, und auch Wohnungen und Möbel legten um 24,73 beziehungsweise 32,73 Prozent zu.

Trotz des Rückgangs bleibt die Teuerung in der Türkei damit auf hohem Niveau. Dies ist eine Folge der jüngsten Lira-Krise. Im Sommer hatte die Währung rasant an Wert verloren und sowohl zum Euro als auch zum Dollar Rekordtiefstände erreicht.

Lira wird wieder fester

Im Verlauf der vergangenen drei Monate hatte die Türkische Lira wieder deutlich an Wert zugelegt. Um rund 20 Prozent ist sie im Vergleich zum Dollar gestiegen. Erhielt man Mitte August noch rund sieben Lira für einen Dollar, sind es aktuell noch etwa 5,2 Lira. Durch den Wertgewinn der Lira verbilligten sich auch die Importe, womit der Druck auf die Preise sank.

Recep Tayyip Erdogan

Recep Tayyip Erdogan. | Bildquelle: Imago

Zudem hob die Zentralbank Mitte September nach monatelanger Untätigkeit den Leitzins um 625 Basispunkte auf 24 Prozent an. Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte sich zuvor vehement gegen eine Zinsanhebung ausgesprochen und damit Zweifel an der Unabhängigkeit der Währungshüter ausgelöst. Um die Inflation einzudämmen, vereinbarte die Regierung mit führenden Unternehmen eine freiwillige Preissenkung.