Ein Drache mit der Aufschrift

Wachsende wirtschaftliche Bedeutung Mehr China in MSCI-Indizes

Stand: 01.03.2019, 08:28 Uhr

China ist in den letzten Jahren zur zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt aufgestiegen. Dieser Entwicklung trägt der Weltindex MSCI nun Rechnung - und vervierfacht die Gewichtung chinesischer Aktien auf 20 Prozent. Es könnten auch noch mehr werden.

Die höhere Gewichtung chinesischer A-Aktien auf 20 Prozent soll bis zum November erfolgen. In einem ersten Schritt im Mai anlässlich der halbjährigen Indexüberprüfung wird der Anteil von von fünf auf zehn Prozent erhöht. Ein zweiter Schritt folgt im August mit der Anhebung von zehn auf 15 Prozent, anlässlich der vierteljährlichen Indexüberprüfung.

In einem dritten Schritt im November wird die Gewichtung auf 20 Prozent angehoben. Nach Abschluss dieser dreistufigen Implementierung werden 253 chinesische Large- und 168 Mid-Cap-A-Aktien, darunter 27 ChiNext-Aktien, im MSCI Emerging Markets Index enthalten sein.

Bis zu 80 Milliarden Dollar zusätzliche Anlagegelder

Shanghai Stock Exchange

Shanghai Stock Exchange. | Bildquelle: Imago

Dadurch könnten ausländische Investoren bis zu 80 Milliarden Dollar zusätzlich in die dortigen Aktienmärkte pumpen, verkündete der Index-Anbieter MSCI. Andere Experten sind ein weniger vorsichtiger.

So schätzt Gao Ting, Chef-Anlagestratege für China bei der Bank UBS, die erwarteten zusätzlichen Anlagegelder bis zum Jahresende auf 67 Milliarden Dollar. Für den chinesischen Aktienmarkt ist dies auf jeden Fall eine positive Nachricht. Die Börse Shanghai stieg am Freitag um ein gutes halbes Prozent. Damit summiert sich das Plus seit Jahresbeginn auf etwa 20 Prozent.

Weitere Erhöhung in Aussicht gestellt

Mann mit schwebender Weltkugel, davor MSCI World-Chart

Die ganze Welt in einem Index. | Bildquelle: boerse.ard.de, colourbox.de, Montage: boerse.ARD.de

MSCI stellte zudem eine weitere Erhöhung der Gewichtung in seinen Indizes wie dem MSCI-Weltindex oder demjenigen für Schwellenländer in Aussicht. Sie hänge aber von Reformen ab, die den Zugang ausländischer Investoren zum chinesischen Markt erleichtern sollen.

Investoren hätten auf diesen Schritt bereits gewartet, sagte Jim McCafferty, Chef-Analyst für asiatische Staaten außerhalb Japans bei der Investmentbank Nomura. "Es klafft eine Lücke zwischen Chinas Platz in der Weltwirtschaft und am internationalen Aktienmarkt."

Darüber hinaus helfe die MSCI-Entscheidung der Regierung in Peking bei ihrem Plan, den Yuan zu einer der großen Weltwährungen zu machen, betonte Caroline Yu Marer, Aktienchefin für China bei der Vermögensverwaltung der Bank BNP Paribas.

lg