Neom-Projektleiter Klaus-Christian Kleinfeld und Mohammad bin Salman

Eine Stadt für den Prinzen Megacity made by Klaus Kleinfeld

Stand: 07.11.2017, 15:33 Uhr

Klaus Kleinfeld wird den Bau der Stadt Neom leiten. Mit Großprojekten aller Art hat der Topmanager als ehemaliger Siemens- und Alcoa-Boss jede Menge Erfahrung.

In David Leans Film-Klassiker „Lawrence von Arabien“ heißt es einmal: „Kein Araber liebt die Wüste. Wir lieben Wasser und grüne Bäume. In der Wüste ist nichts. Kein Mensch braucht nichts.“ Was Saudi-Arabien derzeit aber dringend braucht, ist ein Plan für eine Zukunft, die nicht ausschließlich am Öl hängt.

Dabei soll die künftige Wüstenstadt Neom helfen. Die Verantwortung für das saudische Megacity-Projekt wird der deutsche Topmanager Klaus Kleinfeld als CEO tragen. Kleinfelds Aufgabe ist es, das Projekt zu einem „Ort für Träumer dieser Welt zu machen“, wie es der Kronprinz Mohammed bin Salman schön formuliert hat.

Landschaft am geplanten Neom-Standort

"Kein Mensch braucht nichts": Und wo nichts war, wird bald Neom sein. | Bildquelle: discoverneom.com

Reformen in Saudi Arabien

Das wird in jedem Fall eine aufregende Aufgabe, die von Kleinfeld, der gestern 60 wurde, sicher auch viel diplomatisches Fingerspitzengefühl erfordern wird. Schließlich ist die Lage in Saudi-Arabien ist derzeit nicht einfach. Der erst 32-jährige Kronprinz hat eine Reihe tiefgreifender Reformen angekündigt, um das Königreich zu modernisieren.

So will Mohammed bin Salman Frauen erlauben, Auto zu fahren und Stadien zu besuchen, auch wenn sie in vielen anderen Fragen weiter die Erlaubnis ihres Ehemanns brauchen. Zudem will er statt des erzkonservativen Wahhabismus einen „moderaten Islam“. Es ist nicht zu erwarten, dass derart tiefgreifende Veränderungen ohne Widerstände gestaltet werden können.

Ein Mann mit Führungserfahrung  

Erst im April dieses Jahres hatte Kleinfeld auf Druck von Großaktionären seinen Posten als Vorstandsvorsitzender des US-Metallkonzerns Arconic, ex-Alcoa aufgeben müssen, den er seit 2008 geleitet hatte. Zuvor war Kleinfeld 20 Jahre lang für den deutschen Siemens-Konzern tätig, dessen Vorstandsvorsitzender er von 2005 bis 2007 war.

ts