Leuchtreklamen an Hochhäusern im Akihabara-District in Tokio, Japan

Direkt oder per Indexfonds Investieren in japanische Aktien

Stand: 18.05.2018, 16:22 Uhr

In Fernost steigen die Kurse derzeit schneller als in Europa und den USA. Für Anleger gibt es mehrere Möglichkeiten, daran teilzuhaben. Einige Spielregeln sollten beachtet werden, damit Aufwand und Kosten sich in Grenzen halten.

Wie generell bei Investments in den Aktienmarkt eines bestimmten Landes stellt sich auch bei japanischen Titeln die Grundsatzfrage: Einzelwerte oder den Index per ETF oder einen aktiv gemanagten Fonds kaufen? Und in zweiter Instanz: Welche Einzeltitel und welchen der verfügbaren Indizes auf japanische Aktien sollte man ins Depot befördern?

Von Softbank bis Nippon Steel

Wie bei der Auswahl von Einzelaktien in Europa oder den USA sollte man sich die infrage kommenden Werte genauer anschauen. In welche Branche will man investieren und welche Unternehmen sind in diesem Sektor die erfolgversprechendsten? Wer auf den japanischen Automarkt schaut, kommt um die Toyota-Aktie nicht herum. Im Technologiebereich gehören Sony oder Nintendo sicher zu den spannendsten Titeln, die gleichwohl höhere Risiken aufweisen. Wer in Zukunftstechnologie investieren will, könnte sich auch die Aktie der Technologie-Beteiligungsgesellschaft Softbank anschauen. Traditionsaktien wie Nippon Steel oder der Telekom-Konzern NTT könnten ebenfalls in einem Blue-Chip-Portfolio unterkommen.

Nebenwerte, besser aktiv gemanagt

Bei japanischen Nebenwerten locken genau wie anderswo höhere Renditechancen bei gleichermaßen höheren Risiken. Ohne besondere Kenntnisse der japanischen Unternehmenslandschaft spricht bei Small Caps, also Nebenwerten, vieles für einen aktiv gemanagten Fonds. Die Experten wählen hier auf Basis ihrer Kenntnis der Gegebenheiten in Japan sicherlich besser aus als es ein Privatanleger könnte. Einen rasanten Erfolg mit Nebenwerten hatte etwa in den vergangenen Jahren der Allianz-Fonds Japan Smaller Companies (WKN 933998). Er schaffte allein in den vergangenen zwölf Monaten einen Wertzuwachs von 29 Prozent.

Standardwerte aus Japan kann man als deutscher Anleger getrost über den Handelsplatz Xetra ordern. Bei Toyota & Co. werden hier Kurse gehandelt, die nahe an denen der Heimatbörse Tokio liegen. Bei Nebenwerten empfiehlt sich ein Blick auf den Börsenplatz Berlin, die sich auf den Handel mit Auslandsaktien spezialisiert hat. An der Heimatbörse in der japanischen Hauptstadt kann man als deutscher Normalanleger mit den allermeisten Online-Brokern oder Direktbanken ohnehin keine Order aufgeben. Der Handelsplatz ist schlicht nicht verfügbar.

Breit diversifiziert per ETF

Mit einem Indexfonds kann man gezielt über kleinere und größere Teile des japanischen Aktienmarktes streuen. Ein ETF auf den Nikkei 225 wie in iShares Japan von Blackrock (WKN A0YEDQ) bildet exakt den Leitindex mit seiner eigentümlichen Struktur ab. Auf den marktbreiten und sinnvoller gewichteten Topix-Index gibt es derzeit nur einen ETF von Lyxor (WKN A0ESMK). Beide Indexfonds punkten mit niedrigen Gesamtkosten von knapp einem halben Prozent jährlich.

AB