Nahaufnahme einer Euromünze und Europasterne

Günstige Bewertungen, starkes Wachstum Euro-Land, die Zuflucht für Anleger

Stand: 18.08.2017, 16:21 Uhr

Vom "kranken Mann" zum Hoffnungsträger der Weltwirtschaft: Die Konjunktur in Euroland brummt wie selten. Trotz aller politischen Zwiste und Krisenherde: Für Anleger erscheinen neue Engagements in der "alten Welt" derzeit attraktiv.

Die Profis sind sich einig wie selten: Aktien aus der Euro-Zone sind derzeit bei den Großanlegern en vogue, US-Titel stehen dagegen tendenziell auf den Verkaufslisten. Tilman Galler, Kapitalmarktstrategie der US-Bank JPMorgan etwa setzt klar auf Euro-Aktien: "Trotz inzwischen bereits ambitionierten Bewertung von Aktien in Europa werden wir diese Anlageklasse mit Schwerpunkt auf Europa sowie den Schwellenländern auch künftig übergewichten".

Europa und Schwellenländer

Eine jüngste Fondsmanagerumfrage von Merrill Lynch, einer weiteren US-Größe in der Investmentszene, zeigt eine ähnliche Einschätzung in der gesamten Branche: Zwar ist der Pessimismus gegenüber Aktien ingesamt auf ein bedenkliches Niveau gestiegen. Doch im Gegensatz zu US-Aktien gelten den Fonds-Profis Dividendenpapiere aus der Euro-Zone, den Schwellenländern oder auch Japan weiterhin als interessant.

Bereits in den vergangenen Monaten hat sich die Einstellung der instutionellen Anleger in steigenden Zuflüssen in klassischen Fondsprodukten, besonders aber den Indexfonds (ETFs) niedergeschlagen. "Die Rotation fängt gerade erst an", meint Daniel Krüger, Fondsmanager des Vermögensverwalters Acatis, gegenüber boerse.ARD.de. Seiner Ansicht dürfte sie noch mindestens bis 2019 weitergehen, wenn in Europa die Zinswende kommt.

USA zunehmend abschreckend

Die Gründe für den Euro-Schwenk der Investoren gerade aus den USA sind vielfältig. Am augenfälligsten ist der Vertrauensverlust in die US-Regierung unter Donald Trump. Der neuen Administration wird immer weniger zugetraut, wichtige Steuerreformen oder Konjunkturprogramme überhaupt auf den Weg zu bringen. Die Gängelung in- und ausländischer Firmen bei Investionen in den USA wirkt eher abschreckend - auf Unternehmen wie Investoren.

Dazu kommt die nach der Rally der vergangenen Monate hohe Bewertung von US-Aktien. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) beim marktbreiten S&P 500 Index liegt derzeit bei knapp 18 rund 50 Prozent höher als der langjährige Durchschnitt. Europäische Aktien sind mit einem durchschnittlichen KGV von 15 deutlich näher am historischen Level. In Japan sind die Titel mit einem 14er KGV noch "günstiger".

Wachstum - jetzt in der ganzen Gemeinschaft

Die Argumentation "pro Europa" stützt sich aber auch auf harte Wirtschaftsdaten. Im zweiten Quartal wuchs die Wirtschaft in der Euro-Zone mit 0,6 Prozent beim Bruttoinlandsprodukt ebenso stark wir die US-Wirtschaft. Bemerkenswert, hatten doch in den vergangenen Jahren die vermeintlichen Krisenländer aus dem Süden den Takt der Wachstumslokomotive Deutschland stets konterkariert. Nun zeigen sich Zuwächse allüberall in der Gemeinschaft. Frankreich konnte im Quartal mit 0,5 Prozent Zuwachs annährend mit Deutschland (plus 0,6 Prozent) mithalten. Auch Italien, dass im ersten Quartal noch eine stagnierende Wirtschaftsleistung zu beklagen hatte, konnte mit 0,4 Prozent Plus inzwischen auf Wachstum schalten. Für das Gesamtjahr 2017 wird die Gemeinschaft die "Zwei-Prozent-Marke knacken", ist sich Volkswirt Bert Coljin sicher.

Breite Auswahl an Fonds und ETFs

Für Anleger, die breit in die Euro-Zone investieren wollen, gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten. Neben aktiv gemanagten Fondsprodukten, die nach unterschiedlichen Kriterien die attraktivsten Titel oder Branchen auswählen, bieten sich auch Indexfonds mit verschiedenen Basisindizes an. Ob Dividendenschwerpunkt oder "Smart-Beta"-Strategie - im Euro-Raum ist vieles möglich (s. unsere Übersicht: Euro-Fonds und -ETFs ).

AB

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Euro-Fonds und -ETFs Alter Kontinent, neuer Anlagefavorit

<b>SEB EuroCompanies</b><br />Wer auf Standardwerte aus dem Euro-Raum setzt, hat im Fondsmarkt die Qual der Wahl. Nach Risikokennziffern und Performance kann sich der SEB Eurocompanies in der Peer Group durchaus sehen lassen. Der Fonds setzt zu mindestens der Hälfte auf Konzerne aus der Euro-Zone, beachtet dabei Kriterien wie Liquidität oder Zukunftsaussichten. Derzeit hat das Management, durchaus rentabel, Finanzwerte hoch gewichtet. Die Jahresperformance von 23 Prozent liegt um sieben Prozentpunkte höher als die des EuroStoxx 50.: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt FONDS für den Zeitraum 5 Jahre

SEB EuroCompanies
Wer auf Standardwerte aus dem Euro-Raum setzt, hat im Fondsmarkt die Qual der Wahl. Nach Risikokennziffern und Performance kann sich der SEB Eurocompanies in der Peer Group durchaus sehen lassen. Der Fonds setzt zu mindestens der Hälfte auf Konzerne aus der Euro-Zone, beachtet dabei Kriterien wie Liquidität oder Zukunftsaussichten. Derzeit hat das Management, durchaus rentabel, Finanzwerte hoch gewichtet. Die Jahresperformance von 23 Prozent liegt um sieben Prozentpunkte höher als die des EuroStoxx 50.