Internet-Fieber auch in Russland

Stand: 24.05.2011, 11:52 Uhr

Wenn am heutigen Dienstag die Aktien der russischen Suchmaschine Yandex erstmals gehandelt werden, dürfte es erneut zu rasanten Kursgewinnen kommen - und die Furcht vor einer Blase der Tech-Werte weiter anheizen.

Yandex-Zentrale, Moskau

Yandex-Zentrale. | Bildquelle: (c) dpa

Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters verkauften Yandex und seine Teilhaber bereits vor der an der US-Technologiebörse Nasdaq geplanten Erstnotierung 52,2 Millionen Aktien zu einem Preis von 25 Dollar. Ursprünglich waren 20 bis 22 Dollar angepeilt. Zuletzt hieß es, die Anteilsscheine würden wohl für 24 bis 25 Dollar verkauft.

Damit hat Yandex bereits jetzt 1,3 Milliarden Dollar eingenommen. Es wäre der größte Börsengang der Branche, seit Google bei seinem IPO im Jahr 2004 1,67 Milliarden Dollar erlöste.

Größte Suchmaschine Russlands
Yandex betreibt nach eigenen Angaben die erfolgreichste Suchmaschine in Russland. Der Anteil bei den Suchanfragen liegt bei 65 Prozent. Die Investoren wollen von dem wachsenden Markt in Russland profitieren.

Yandex hat in den letzten Jahren seine Marktanteile in Russland auf Kosten von Google ständig ausbauen können. Dabei profitiert das Unternehmen auch von seinen besonderen Angeboten. So erleichtert das "Yandex-Geld" den Russen Kaufabwicklungen im Internet, indem es der Internetkonzern wie eine Bank funktioniert. So können Kunden auch ohne Kreditkarten online einkaufen, da diese in Russland weder populär noch angebracht sind.

Boom der Internet-Aktien
Internet-Aktien erleben an den Märkten derzeit einen Nachfrage-Boom - zuletzt demonstriert beim Börsengang von LinkedIn in der vergangenen Woche. Das US-Online-Karrierenetzwerk steigerte seinen Marktwert am ersten Handelstag um mehr als einhundert Prozent. Experten befürchten das Entstehen einer neuen Investitionsblase im Internetsektor.