Skyline von New York

Immobilienboom in New York flaut ab Alarmsignal aus Manhattan?

Stand: 20.04.2018, 11:16 Uhr

Die Immobilienpreise in New York brechen ein. Ein Warnsignal für den US-Immobilienmarkt, der immerhin der größte der Welt ist? Ein frühes Warnsignal auch für die Finanzmärkte?

Jahrelang ging es mit den Preisen am New Yorker Wohnimmobilienmarkt steil aufwärts. Paradiesische Zeiten für Makler, die selbst in der Luxusklasse leichtes Spiel hatten. Doch damit ist es schon länger vorbei. Käufer finden sich immer schwieriger.

Besonders im Luxus-Segment sind die Preise im Sinkflug. Die Preise für Apartments in Manhattan sanken zuletzt sogar so stark wie seit der Finanzkrise nicht mehr. Wie die "Financial Times" schrieb, ist der durchschnittliche Preis für eine Luxus-Wohnung im Zentrum des Big Apple im ersten Quartal binnen eines Jahres um gut acht Prozent gesunken. Das gehe auf Daten des New Yorker Maklers Douglas Elliman sowie des Gutachters Miller Samuel zurück, die damit den stärksten Rückgang seit neun Jahren ausmachen. Der durchschnittliche Quadratmeterpreis fiel um 18,5 Prozent .

Trotz Preisnachlass lassen sich nicht mehr so viele Käufer finden. Die Verkäufe gingen laut FT um fast ein Viertel zurück.

Ist der Boom zuende?

Geht den Amerikanern etwa das Geld aus? Ein wesentlicher Faktor sind die Trump'schen Steueränderungen. Zwar zahlen viele Menschen weniger Einkommensteuer. Das heißt aber auch, dass sie weniger von der Steuer absetzen können. Die Immobilie als Steuersparmodell verliert damit an Attraktivität, gerade bei den hochpreisigen Luxusimmobilien.

Dazu kommt der Faktor Zinswende: Durch die steigenden Zinsen gewinnen Anleihen an Attraktivität, ihr bisheriger Zins-Nachteil gegenüber Aktien oder Immobilien verliert an Gewicht. Durch das übergroße Neubauangebot könnte sich die Lage am New Yorker Immobilienmarkt noch verschärfen.

Ein Alarmsignal?

Sollte sich die gleiche Entwicklung auf dem breiten US-Immobilienmarkt zeigen, wäre das ein Alarmsignal für die ganze Finanzwelt. Aber noch ist davon nichts zu spüren. US-weit steigen die Preise weiterhin. Im Januar etwa legten sie auf Jahressicht um 6,4 Prozent zu, wie der S&P CoreLogic Case-Shiller Composite Index zeigt, der die Hauspreise in 20 Metropolregionen zeigt. Im Silicon Valley etwa werden 83 Prozent der Häuser über dem Listenpreis verkauft, wie Zahlen des Online-Maklers Redfin zeigen.

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