Pro-Referendum-Demonstration in Barcelona
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Sieg der Separatisten in Katalonien Ibex: Gedrückte Stimmung

Stand: 02.10.2017, 14:23 Uhr

Trotz der dramatischen Bilder vom Sonntag reagieren die Anleger an der spanischen Börse relativ gelassen auf den Sieg der Separatisten in Katalonien. Der Leitindex Ibex gerät im Tagesverlauf aber wieder stärker unter Druck.

Der Leitindex Ibex 35 fährt an diesem Montag Achterbahn. Zunächst gab er bis zu 1,38 Prozent ab, bevor er sich wieder berappelte und ndur noch ein halbes Prozent tiefer notierte. Im weiteren Tagesverlauf gehen die Kurse aber wieder ind die Knie. Am Nachmittag beläuft sich der Verlust bereits auf 1,6 Prozent. Der Index geht auf 10.216 Punkte zurück.

Die Regionalregierung hatte am späten Sonntagabend nach dem umstrittenen Referendum zur Unabhängigkeit der Region mitgeteilt, mehr als zwei Millionen der 5,3 Millionen Wahlberechtigten hätten an der Abstimmung teilgenommen. Von ihnen hätten sich 90 Prozent für die Abspaltung von Spanien ausgesprochen. Nach den Worten von Puigdemont hat Katalonien damit "das Recht gewonnen", einen unabhängigen Staat zu gründen.

Starker Euro drückt auf die Kurse

Der vom Verfassungsgericht in Madrid untersagten Befragung sprach der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy auch wegen des Justizverbots jede Gültigkeit ab. Das Referendum habe nie stattgefunden, sagte Rajoy.

Analyst Kevon Redureau von der Société Générale schreckt derweil weiter vor spanischen Aktien zurück. Nach einem beeindruckenden Jahresstart leide die Börse in Madrid seit Mai unter der Stärke des Euro, der die Exporte in Länder außerhalb der Eurozone, besonders nach Lateinamerika, verteuern werde.

Wirtschaftswachstum - trotz Spannungen

Und während sich viele andere Handelsplätze der Region seit September wieder angesichts der schwächelnden Gemeinschaftswährung erholt hätten, habe es nach der Verabschiedung des Gesetzes über ein Unabhängigkeitsreferendum in Katalonien am 6. September 2017 einen weiteren Rückschlag gegeben. Nun könnte Redureau zufolge die Kombination aus einer Minderheitsregierung in Madrid und dem Drang der Katalanen nach Unabhängigkeit weiter auf die Kurse drücken.

Weitere Spannungen sind programmiert. Einem Bericht der Zeitung "La Vanguardia" zufolge soll es am morgigen Dienstag einen Generalstreik geben. Dazu hätten Organisationen von Unabhängigkeitsbefürwortern und Gewerkschaften aufgerufen.

Die wirtschaftliche Aufbruchstimmung auf der iberischen Halbinsel dürfte der Konflikt aber kaum beeinträchtigen. Nachdem das Bruttoinlandsprodukt in Spanien bereits im vergangenen Jahr für europäische Verhältnisse um weit überdurchschnittliche 3,2 Prozent gestiegen ist, erwarten Analysten im Durchschnitt für 2017 Steigerungen um 2,5 Prozent. Die Eurozone soll laut Konsens der Experten dagegen lediglich um 1,6 Prozent zulegen.

lg