Nächtliche Bankenskyline von Frankfurt

Neues Finanzplatz-Ranking Frankfurt fällt aus Top Ten

Stand: 20.09.2019, 13:21 Uhr

Die führenden Finanzzentren der Welt haben in diesem Jahr weiter an Boden verloren - zugunsten aufstrebender Metropolen Asiens. Aber auch Paris legt zu. Besonders hart trifft es Frankfurt und Zürich.

In dem neuesten vom Beratungshaus Z/Yen erstellten Ranking der weltweit führenden Finanzplätze, dem sogenannten Global Financial Centres Index (GFCI), ist Frankfurt vom 10. auf den 15. Platz abgerutscht, verliert damit fünf Plätze und landet knapp hinter Zürich, das sogar sechs Plätze verliert und von Rang acht auf Rang 14 gefallen ist.

Damit gehören die beiden Städte zu einer ganzen Reihe von Standorten, deren Bewertung sich in diesem Jahr verschlechtert hat. Auffallend ist, dass auch die fünf führenden Finanzzentren - New York, London, Hongkong, Singapur und Shanghai - an Boden verloren haben. Der Vorstandschef von Z/Yen, Michael Mainelli, erklärt dies mit den zunehmenden geopolitischen Risiken, Handelskonflikten und nicht zuletzt dem Brexit.

Brexit belastet London

Deshalb sei es auch nicht überraschend, dass London die größten Einbußen erleidet, insgesamt 14 Punkte. Denn die unendliche Debatte um einen möglichen Ausstieg Großbritanniens aus der EU hat dem Banken- und Finanzplatz bereits jetzt geschadet. Schätzungen zufolge sind mindestens 5.000 Bankarbeitsplätze aus der Stadt abgewandert.

Die zehn wichtigsten Finanzzentren der Welt
New York790 Punkte-4
London773 Punkte-14
Hongkong771 Punkte-12
Singapur762 Punkte- 10
Shanghai761 Punkte-9
Tokio757 Punkte+1
Peking748 Punkte+10
Dubai740 Punkte+7
Shenzen739 Punkte+9
Sydney738 Punkte+2

London kann damit seinen Rang als zweitwichtigste Finanzmetropole nach New York nur deshalb behaupten, weil auch die Nummer drei, Hongkong, aufgrund der antichinesischen Proteste der vergangenen Monate, zwölf Punkte verloren hat.

Großer Gewinner Paris

Zu den Gewinnern gehören Peking, Dubai und Shenzhen, die allesamt in die Top-Ten-Liste aufgestiegen sind. Damit befinden sich sieben Finanzstandorte im asiatisch-pazifischen Raum.

Weitere Verschiebungen sind nicht auszuschließen. So hat etwa Paris im Vergleich zum Vorjahr 29 Punkte aufgeholt und ist von Rang 27 auf Rang 17 gestiegen. Die französische Hauptstadt gilt als der größte Profiteur des Brexit, haben sich doch zahlreiche Banken für die Stadt an der Seine als Ausweichstandort zu London entschieden.

Bewertet werden Faktoren wie die Infrastruktur, die Größe der Banken und Wertpapierhäuser, die Zahl der Beschäftigten oder die Verfügbarkeit von qualifizierten Arbeitsplätzen. Dazu hat Z/Yen ein Formular mit einer Reihe von Fragen erstellt. Sie werden seit einem Vierteljahrhundert an die in den jeweiligen Städten ansässigen Protagonisten der Finanzbranche verschickt.

lg