Galatasaray gegen Besiktas, türkische Süper Lig

Lira-Verfall macht Lizenzgebühren teurer Fällt Fußball im türkischen TV aus?

Stand: 01.08.2019, 13:17 Uhr

Der Verfall der türkischen Lira könnte für Fußballfans in der Türkei üble Folgen haben: Die Lizenzgebühren für die TV-Übertragung müssen in Dollar überwiesen werden. Der Sender Digitürk will nun nachverhandeln, oder die Übertragung aussetzen.

Der Vertrag zwischen dem TV-Sender Digitürk und dem türkischen Fußballverband TFF wurde 2016 geschlossen und sieht die Zahlung von 500 Millionen Dollar pro Saison vor, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg. Die eine Hälfte der Summe ist zum aktuellen Lira-Wechselkurs zu entrichten.

Das Geschäft war ausgehandelt worden, als ein Dollar für rund drei Lira zu haben war. Seitdem hat die türkische Währung aber rund ein Drittel an Wert verloren, der Vertrag ist deutlich teurer geworden. Deshalb besteht Digitürk auf Nachverhandlungen und möchte den Wechselkurs bei fünf Lira je Dollar fixieren.

Für die andere Hälfte soll laut Bloomberg der Wechselkurs am Tag der Vertragsunterzeichnung gelten, der bei 3,26 Lira gelegen habe. Aber auch hier gibt es einen Haken: Der Vertrag sieht einen Inflationsausgleich vor. Im Oktober 2018 hatte die Inflation ein Hoch bei 25 Prozent erreicht. Im Juni ist sie zwar auf 15,72 Prozent gesunken, trotzdem ist der Ausgleich also teuer.

Derzeit wird nachverhandelt. Die türkische Fußball-Saison beginnt am 16. August. Sollten die Verhandlungen scheitern, könnten die TV-Übertragungen im schlimmsten Falle ausfallen.

Lira legt tendenziell zu

Im August 2018 hatte der Dollar mit mehr als sieben Lira seinen höchsten Stand erreicht. Auf Sicht von fünf Jahren verteuerte sich der Greenback um rund 160 Prozent.  

Vor einer Woche hatte die türkische Notenbank den Leitzins kurz nach einem Wechsel an der Führungsspitze überraschend stark um 4,25 Prozentpunkte auf 19,75 Prozent gesenkt. Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte Murat Cetinkaya Anfang Juli gefeuert und durch den neuen Zentralbankchef Murat Uysal ersetzt, der erstmals eine Zinssitzung geleitet hat.

Murat Uysal, türkischer Notenbank-Chef

Der neue Zentralbankchef Murat Uysal. | Bildquelle: picture alliance / abaca

In der Vergangenheit hatte Erdogan die Notenbank trotz einer hohen Inflation immer wieder zu Zinssenkung aufgefordert. Erdogan glaubt - entgegen jeder Lehrbuchmeinung - dass Zinssenkungen die Inflation bekämpfen. Trotz der starken Zinssenkung hat der Kurs der Lira zur Überraschung vieler Marktbeobachter tendenziell zugelegt.