Deutschlandfahne

Erneute Ergebnis-Einbußen Deutsche Top-Unternehmen weniger profitabel

Stand: 03.01.2020, 12:35 Uhr

Trotz Konjunkturflaute konnten Deutschlands Top-Unternehmen im vergangenen Jahr erneut Rekordumsätze erwirtschaften. Sorgen machen hingegen die Gewinnmargen, sie fielen auf den niedrigsten Wert seit 2015.

Die kumulierte Gewinnmarge der deutschen Top-Konzerne sank von Januar bis Ende September 2019 von 8,2 auf 6,4 Prozent, rechnet das Beratungs- und Prüfungsunternehmens EY vor. Die Unternehmensexperten haben die Entwicklung der 100 umsatzstärksten börsennotierten Unternehmen Deutschlands genauer unter die Lupe genommen.

Drei von vier Unternehmen mit Umsatzplus

Demnach schrumpfte das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um deutliche 19 Prozent auf gut 81 Milliarden Euro. Gut jedes zweite Unternehmen musste hier Einbußen hinnehmen. Bereits im Vorjahr hatte es einen Rückgang um sieben Prozent gegeben.

Unbeeindruckt von der negativen Ergebnisdynamik haben Deutschland Top-Unternehmen zuletzt höhere Erlöse erwirtschaftet. Der Umsatz stieg laut den EY-Experten um 4,2 Prozent auf 1,275 Billionen Euro. Als erfreuliches Ergebnis strichen sie heraus, dass gut drei von vier Unternehmen in den ersten neun Monaten 2019 ein Umsatzplus erzielten.

Autobauer beim Umsatz vorn

Der Wolfsburger Autobauer Volkswagen führt die Ranglisten sowohl beim Umsatz (186,6 Milliarden Euro) als auch beim operativen Ergebnis (13,5 Milliarden Euro) an. Beim Umsatz folgen mit Daimler (125,6 Milliarden Euro) und BMW (74,8 Milliarden Euro) zwei weitere Autokonzerne auf den Plätzen zwei und drei.

Umsatz 2019 in Mio Euro

Drei Autobauer führen die Umsatz-Rangliste an. | Bildquelle: Ernst & Young GmbH, Grafik: boerse.ARD.de

Die drei Unternehmen mit dem stärksten Umsatzwachstum im betrachteten Zeitraum waren der Kochboxen-Lieferant HelloFresh mit 41 Prozent, der Zahlungsdienstleister Wirecard mit 37 Prozent und das IT-Systemhaus Bechtle mit 27 Prozent.

Chemiebranche mit hohen Einbußen

Beim Ebit erreicht die Deutsche Telekom mit 7,7 Milliarden Euro Platz zwei. Der Industriekonzern Siemens rangiert mit knapp 6 Milliarden auf dem dritten Rang.

EBIT 2019 in Mio Euro

Das ist die deutsche Top-Ten mit Blick aufs operative Ergebnis. | Bildquelle: Ernst & Young GmbH, Grafik: boerse.ARD.de

Dabei lief es im Schnitt vor allem für die Branchen Chemie, Automobilindustrie, Energie und IT operativ schlecht: Sie verzeichneten zweistellige Ergebniseinbußen von bis zu 37,8 Prozent (Chemie).

Der Gegenwind für die deutschen Top-100-Unternehmen wird EY zufolge auch 2020 zunächst anhalten. "Erst im zweiten Halbjahr könnte die sich derzeit abzeichnende Entspannung bei den internationalen Handelskonflikten zu neuen Wachstumsimpulsen führen", erwartet Mathieu Meyer, Mitglied der EY-Geschäftsführung.

ag