China

Flagge China

Wirtschaftshemmnis Vergreisung Grau ist die Zukunft Chinas

von Bettina Seidl

Stand: 06.02.2017, 15:44 Uhr

Das bevölkerungsreichste Land der Welt nähert sich der Demografiefalle. Wie viele andere Länder zuvor schlittert auch China gen Vergreisung - und das mit zunehmendem Tempo. Schlecht für Chinas Wirtschaft, die voll auf Konsum setzt.

Chinas neuer Bevölkerungsentwicklungsplan zeigt: Die demografischen Probleme anderer Staaten werden auch das Reich der Mitte in nicht mehr allzu ferner Zukunft ereilen. Schon 2030 dürfte Chinas Bevölkerungszahl einen Höchstwert von 1,45 Milliarden Menschen erreichen und danach sinken. Außerdem dürfte ein Viertel der Menschen 60 Jahre oder älter sein - ein ordentlicher Schritt verglichen mit den 13 Prozent aus dem letzten Bericht im Jahr 2010.

Gefahr für Chinas Wirtschaft

Zugleich sinkt die arbeitsfähige Bevölkerung: Die Bevölkerungsgruppe von 15 bis 59 dürfte laut dem statistischen Bericht von 70 auf 58 Prozent sinken. Das heißt: Immer weniger Menschen müssen für immer mehr Rentner aufkommen. Das sind nicht gerade beste Umstände für eine Volkswirtschaft - erst recht, wenn sie sich weg vom Export, hin zum Konsum entwickelt.

Es droht ein Arbeitskräftemangel. Eine schumpfende Arbeitskraft dürfte Chinas Wettbewerbsvorteil in der Fertigung weiter untergraben. Sie dürfte auch den Konsum schmälern. Chinas Aufstieg zur mächtigsten Wirtschaftsmacht der Welt wird dadurch schwieriger.

Technologie-Einkauf im Ausland

Vor rund einem Jahr hat China wohl mit Blick auf die gefährlichen Auswirkungen einer älter werdenden Gesellschaft seine seine mehr als drei Jahrzehnte geltende Ein-Kind-Politik aufgegeben. Doch wirklich gefruchtet hat das nicht. Der erhoffte Anstieg der Geburtenrate blieb aus. Statt prognostizierter vier Millionen Geburten waren es im vergangenen Jahr nicht einmal zwei Millionen. Viele Menschen können sich einfach kein zweites Kind leisten. Die Kosten für Wohnraum und Ausbildung sind einfach zu hoch, dazu noch die Gesundheitskosten, weil ein flächendeckendes Sozialsystem fehlt.

Trotz drohender demografischer Probleme: China behält seinen Machthunger und strebt weiter nach wirtschaftlicher Stärke. Im Jahr 2030 will das Land in Sachen Innovation weltweit führend sein. Technologie soll mindestens 60 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt beitragen. In so kurzer Zeit wird das schwer. Not fördert bekanntermaßen die Erfindungsgabe: China kauft das technische Know-how im Ausland ein.