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Deutsche Exporte Bundesbank warnt vor chinesischer Konkurrenz

Stand: 23.07.2018, 15:26 Uhr

In ihrem Monatsbericht warnt die Deutsche Bundesbank vor wachsender Konkurrenz aus China für deutsche Hersteller. Besonders in der Automobilbranche.

Die Bundesbank hat ein Kapitel ihres Monatsberichtes den veränderten Bedingungen auf dem chinesischen Markt und den damit verbundenen Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft gewidmet. Das Ergebnis: Die Wachsende chinesische Konkurrenz kann ein Problem für die deutsche Wirtschaft werden.

Lohnanstieg: Chinesen kaufen höherwertigere Produkte

In China habe sich ein "Schwenk zu höherwertigen Erzeugnissen" vollzogen, heißt es in dem Bericht. Deswegen seien dort nun teurere Güter gefragt. Gleichzeitig könnten durch die stark steigenden Löhne in China Produkte in Deutschland teurer werden.

Der monatliche Durchschnittslohn stieg in den vergangenen zehn Jahren von rund 160 US-Dollar (2005) auf 800 US-Dollar (2017) an. Deswegen seien zahlreiche Firmen des verarbeitenden Gewerbes bereits in Produktionsländer mit günstigeren Löhnen wie Bangladesch und Vietnam abgewandert.

Chinesische Produktion für den Eigenbedarf erwartet

Immer mehr versuche die chinesische WIrtschaft den steigenden Bedarf an Gütern aus eigener Produktion zu decken. Zwar sei die Nachfrage nach deutschen Produkten sehr hoch. Dennoch werde die Lage in bestimmten Bereichen schwieriger.

So verkaufen deutsche Hersteller weniger Maschinen nach China, weil deren Industrie nicht mehr so viel investiert. Auch in der Elektromobilität könnte ein Problem auf deutsche Autobauer zukommen. Die Bundesbank erwartet, dass China mittelfristig eigene E-Autos im großen Stil exportieren wird.

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