1/3

Drei Brexit-Szenarien und ihre Folgen für Anleger Von "No Deal" bis Neuwahlen

1. Szenario: Harter Brexit
Sollte die EU nicht bereit sein, neu zu verhandeln oder das Verfahren auszuweiten, würde Großbritannien wohl ohne Deal am 29. März aus der EU austreten müssen. Das wäre das schlimmste Szenario für die Wirtschaft.

Der britische Unternehmerverband CBI rechnet bei einem harten Brexit ohne Abkommen mit einem Einbruch der Wirtschaft. Sie könnte demnach um bis zu acht Prozente schrumpfen. Die Bank von England erwartet bei diesem Szenario einen Absturz des Pfundes um 25 Prozent. Die britische Wirtschaft könnte allein im ersten Jahr 30 Milliarden Pfund an Exporten verlieren, schätzt der französische Kreditversicher Euler Hermes. Auch die Europäer könnten wegen der engen Wirtschaftsbeziehungen darunter leiden. Besonders betroffen wären laut Euler Hermes die deutschen Exporteure mit acht Milliarden Euro. Den Aktienmarkt würde ein No-Deal-Szenario zweifellos belasten.

J.P. Morgan hält einen No-Deal-Brexit für sehr unwahrscheinlich. Eine Abwertung des britischen Pfunds sei aber auch wahrscheinlich, falls die Regierungschefin Theresa May zurücktrete oder ihr das Vertrauen entzogen würde.

Drei Brexit-Szenarien und ihre Folgen für Anleger Von "No Deal" bis Neuwahlen

1. Szenario: Harter Brexit
Sollte die EU nicht bereit sein, neu zu verhandeln oder das Verfahren auszuweiten, würde Großbritannien wohl ohne Deal am 29. März aus der EU austreten müssen. Das wäre das schlimmste Szenario für die Wirtschaft.

Der britische Unternehmerverband CBI rechnet bei einem harten Brexit ohne Abkommen mit einem Einbruch der Wirtschaft. Sie könnte demnach um bis zu acht Prozente schrumpfen. Die Bank von England erwartet bei diesem Szenario einen Absturz des Pfundes um 25 Prozent. Die britische Wirtschaft könnte allein im ersten Jahr 30 Milliarden Pfund an Exporten verlieren, schätzt der französische Kreditversicher Euler Hermes. Auch die Europäer könnten wegen der engen Wirtschaftsbeziehungen darunter leiden. Besonders betroffen wären laut Euler Hermes die deutschen Exporteure mit acht Milliarden Euro. Den Aktienmarkt würde ein No-Deal-Szenario zweifellos belasten.

J.P. Morgan hält einen No-Deal-Brexit für sehr unwahrscheinlich. Eine Abwertung des britischen Pfunds sei aber auch wahrscheinlich, falls die Regierungschefin Theresa May zurücktrete oder ihr das Vertrauen entzogen würde.

2. Szenario: Erneutes Referendum
Die Regierung könnte ein zweites Referendum vorschlagen. In diesem Fall müsste das Austrittsdatum am 29. März verschoben werden. Laut Verfassungsexperten könnte die Vorlaufzeit, um eine Gesetzesvorlage und Abstimmungsgrundlagen zu verabschieden, ein halbes Jahr dauern.

Einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts BMG nach möchten aktuell 51 Prozent der Briten in der EU bleiben. Der Vorsprung vor den Brexit-Anhängern ist damit so groß wie noch nie seit dem Referendum im Juni 2016.

Die Experten von J.P. Morgan gehen davon aus, dass die anhaltende Unsicherheit im Falle eines zweiten Referendums einem verstärkten Optimismus weichen wird. Mit der Hoffnung, dass Großbritannien in der EU oder zumindest definitiv in der Zollgemeinschaft verbleibt. Für die Börse wäre das Referendum-Szenario wahrscheinlich am besten.

3. Szenario: Neuwahlen
Die Labour-Partei hat für Mittwoch ein Misstrauensvotum gegen die Regierung beantragt. Sollte sie gewinnen, hätte die Regierung 14 Tage Zeit, um sich das Vertrauen durch eine Mehrheit im britischen Unterhaus zu sichern. Andernfalls käme es zu Parlamentswahlen. Der britische Labour-Chef Jeremy Corbyn setzt sich mit Nachdruck dafür ein. Das sei seiner Meinung nach die demokratischste Option.

Wie eine Labour-Regierung den Brexit-Prozess beeinflussen würde, ist unklar, da die Partei noch nicht genau dargelegt hat, welche Bestandteile des Abkommens sie ändern würde. Klar ist lediglich, dass sie einen Verbleib in der Zollunion vorzieht. Für die Börse wäre dieses Szenario mit hohen Unsicherheiten verbunden, aber wohl besser als die Option eines ungeordneten Aussiegs Großbritanniens aus der EU.

Mehr zum Thema: Was Wirtschaftsexperten sagen