Laurence Fink, Chef des Finanzkonzerns BlackRock

Larry Fink spricht Klartext Blackrock-Boss kritisiert Brexit-Chaos

Stand: 25.02.2019, 13:02 Uhr

Unverantwortlich nennt Larry Fink das aktuelle Geschacher um den EU-Ausstieg der Briten. Der Boss des weltgrößten Investmentfonds ist wütend wegen der Umstände, die der Brexit für die Branche bedeutet und prophezeit der Insel eine vermutlich „bescheidenere Zukunft“.

Dass Großbritannien künftig Probleme haben werde, dieser Ansicht sei nicht nur Blackrock, so Fink in einem Gespräch mit dem US-Sender CNBC. Das höre er aus jeder Organisation, die davon betroffen ist. Aktuell plane Blackrock den Umzug verschiedener Geschäftsbereiche in Richtung Kontinent oder USA, lässt Fink wissen.  

Was Fink vermisst, ist eine klare Idee davon, was zu erwarten ist. Genau die wird von der Politik nicht geliefert. „Der Brexit ist ein akutes Problem und es ist ein Problem, das offen gestanden jede privatwirtschaftliche Organisation der Welt nervt.“ Man wünschte sich laut Fink einfach Sicherheit darüber, wohin die Reise geht. „Das alles kostet Geld, aber damit werden wir umgehen!“

Finks Firma verwaltet derzeit sechs Billionen Dollar. Blackrock gebe mehr Geld für den Brexit aus, als man sich je erträumt habe, stellt der CEO fest.

May mit Problemen

Großbritannien soll die Staatengemeinschaft am 29. März verlassen. Doch noch ist nicht in Sicht, wie Premierministerin Theresa May das mit Brüssel verhandelte Austrittsabkommen durch das Parlament in London bringen will. Eine überwältigende Mehrheit der Abgeordneten stimmte Mitte Januar gegen den Deal.

Theresa May

Theresa May. | Bildquelle: picture alliance / AA

Die Standort-Initiative „Frankfurt Main Finance“, eine Lobby-Organisation, schätzt, dass rund 800 Miliarden Euro Bilanzvolumen der Banken von London nach Frankfurt verlegt werden könnten. Die Beratungsfirma EY kommt in einer aktuellen Studie zum Ergebnis, dass Anlagegelder in Höhe von einer Billion Dollar aus UK abgezogen werden. Verglichen mit der Gesamtgröße des britischen Finanzsektors sei das jedoch überschaubar. Allein die Bankbranche soll ein Volumen von acht Billionen Dollar erreichen.

ts