Bronzebulle bei der Börse in New York

Nicht nur die Jahresendrally lockt Achtung, Sie könnten etwas verpassen!

von Angela Göpfert

Stand: 07.11.2018, 06:45 Uhr

Anleger sollten nach den Midterm Elections über einen Einstieg in den Aktienmarkt respektive einen Ausbau ihrer Aktien-Positionen genauer nachdenken. Die Gefahr, etwas zu verpassen, ist groß. Zumindest aus statistischer Perspektive.

Seit 1950 hat die Börse in den zwölf Monaten nach Zwischenwahlen im Schnitt 15 Prozent zugelegt. Das sei doppelt so viel wie in den Vergleichszeiträumen, unterstreicht Matt Miller vom Vermögensverwalter Capital Group.

Vorwahljahr 2019 steht unter gutem Stern

Tatsächlich beginnt der Dow Jones und in seinem Schlepptau auch der Dax im Schnitt in Zwischenwahljahren ab Ende Oktober kräftig zu steigen.

Dow Jones Zwischenwahljahre

Man beachte den Kursanstieg ab Ende Oktober . | Bildquelle: Seasonax, Grafik: boerse.ARD.de

Diese Jahresendrally geht nahtlos über in die typische Vorwahlrally: In Vorwahl- und Wahljahren verteilen Präsidenten gern besonders viele "Wahlgeschenke" an die Bevölkerung, um die Chancen ihrer Wiederwahl respektive der Wahl eines Präsidenten aus ihren eigenen Reihen zu steigern.

Dow Jones Vorwahljahre

Vorwahljahre sind gute Jahre an der Börse. | Bildquelle: seasonalcharts.de, Grafik: boerse.ARD.de

Stärkste Börsen-Phase hat begonnen

Haus mit Fledermäusen und Küßrbissen

Halloween - für Anleger wahrlich kein Grund sich zu gruseln. | Bildquelle: picture alliance / Bildagentur-online/yay

Doch nicht nur der Präsidentschaftszyklus – einer der bestbelegten Zyklen an der Börse – spricht jetzt für weitere Kursgewinne an der Wall Street, sondern auch der Halloween-Effekt.

Demnach hat am 1. November eine positive saisonale Phase begonnen, die zumindest bis zum Januar andauert, häufig sogar bis April. Die Monate November/Dezember/Januar sind im langjährigen Schnitt die mit Abstand stärkste Phase eines Börsenjahres.

So verbessert sich der Dax allein zwischen Anfang November und dem Jahresende durchschnittlich um stolze fünf Prozent. Die Trefferquote liegt bei beeindruckenden 75 Prozent.

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Reich werden mit dem Zinses-Zins-Effekt

Strategisch orientierte Anleger sollten sich also durch die Ergebnisse der Midterm Elections womöglich entstehenden kurzfristigen Verwerfungen an der Börse nicht irritieren lassen, sondern sich besser auf die mittel- bis langfristigen Chancen eines (US-)Aktienengagements besinnen.

Und diese sind aus einer rein saisonalen Perspektive, die schwarze Schwäne bewusst ausklammert, so gut wie schon lange nicht mehr.