Eine Frau legt Geld zur Seite und kalkuliert

Anlagejahr 2019 Privates Geldvermögen gewachsen

Stand: 02.01.2020, 13:46 Uhr

Das Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland ist im vergangenen Jahr um rund sieben Prozent gewachsen. Auch die Rekordjagd an den Aktienmärkten hat zu diesem Ergebnis beigetragen.

Wie aus einer Studie der DZ Bank hervorgeht, stieg das Geldvermögen der privaten Haushalte hierzulande auf 6,6 Billionen - also 6.600 Milliarden Euro.

Positive Entwicklung an Aktienmärkten Hauptgrund

Michael Stappel, Volkswirt der DZ Bank

Michael Stappel, Volkswirt der DZ Bank. | Bildquelle: DZ Bank

Im Vergleich zu 2018 habe sich die Vermögensentwicklung stark beschleunigt. Neben der positiven Entwicklung an den Aktienmärkten habe vor allem der Sparfleiß der Bürger zu dem massiven Anstieg des Geldvermögens beigetragen. "Trotz des geringen Aktienanteils im Portfolio haben Aktienkursanstiege 2019 zu Bewertungsgewinnen im privaten Geldvermögen von voraussichtlich rund 184 Milliarden Euro geführt", erläutert Michael Stappel von der DZ Bank.

Dennoch kamen nur 7,3 Prozent des Geldvermögens privater Haushalte in Deutschland Ende 2019 aus Kursgewinnen von Aktien. Einen größeren Anteil machten unter anderen Investmentfonds (10,9 Prozent), Versicherungen (29,2 Prozent) sowie Bargeld und Einlagen (40,3 Prozent aus). Dies spiegelt die Scheu vor "Aktien und anderen kursreagiblen Anlagen" deutscher Sparer wider.

Sparfleiß der Bürger nicht zu bremsen

DZ Bank-Turm bei Nacht

DZ Bank. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Den größten Anteil zur starken Steigerung des Geldvermögens hatten die Bürger selbst. Diese ließen sich laut der Studie trotz der niedrigen Zinsen nicht beirren und bemühten sich weiter zu sparen. "Für das Gesamtjahr 2019 rechnen wir (...) mit einer Sparrate von rund elf Prozent. Das entspricht etwa dem Vorjahr", schreibt Stappel in der aktuellen Studie. Die Sparquote stabilisiere sich somit auf einem hohen Niveau.

"Geldanlagestau wird länger"

Aus der Studie geht auch hervor, dass ein wachsender Geldanlagestau in den vergangenen Jahren bemerkbar sei. Dieser resultiere aus der andauernden Phase niedriger Zinsen. Da Sparer hierzulande das Risiko scheuten und nur selten bereit seien, langfristig in festverzinsliche Anlageformen zu investieren, bleibe ein großer Teil der "Ersparnisse einfach auf dem Girokonto stehen." In der Folge bildet sich laut Stappel ein enormer Geldanlagestau: 27 Prozent des gesamten privaten Geldvermögens (1,8 Billionen Euro) seien meistens in Form von Sichteinlagen "zwischengeparkt".

ms