GfK-Konsumklimaindex Januar 2019, 10,4 Punkte
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GfK-Barometer stabilisiert sich Zwischen Zuversicht und Skepsis

Stand: 21.12.2018, 08:52 Uhr

Auch zum Jahresende hat sich die Kauflaune der Deutschen nicht aufgehellt, aber auch nicht abgeschwächt. Das von der GfK ermittelte Konsumklima ist unverändert geblieben. Auch zu den Aussichten haben sich die Marktforscher geäußert.

Die Verbraucher in Deutschland sind zum Jahresende zwiegespalten: Einerseits erwarten die Bürger laut der neuen Konsumklimastudie des Nürnberger Marktforschungsinstituts GfK leicht steigende Einkommen. Andererseits gehen sowohl die Konjunkturerwartungen als auch die Kauflaune und Sparneigung etwas zurück, wie es in der am Freitag veröffentlichten Untersuchung heißt. In ihrer monatlichen Studie prophezeit die GfK daher für Januar einen unveränderten Konsumklimawert von 10,4 Punkten.

Damit verharrt der von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) aus einer monatlichen Umfrage unter 2.000 Verbrauchern ermittelte Wert auf dem tiefsten Stand seit eineinhalb Jahren. Im Oktober und November hatte der Index jeweils noch bei 10,6 Punkten gelegen.

Schere geht auseinander

Die GfK geht davon aus, dass die privaten Konsumausgaben in diesem Jahr um etwa 1,5 Prozent steigen. Und auch die Aussichten für 2019 blieben aus Sicht der Marktforscher günstig. "Auffällig ist, dass die Schere zwischen den gesamtwirtschaftlichen Erwartungen und der eigenen finanziellen Entwicklung weit auseinander geht", sagte GfK-Experte Rolf Bürkl.

Einerseits schwindet demnach der Konjunkturoptimismus, bedingt durch die Handelskonflikte der USA mit China und Europa sowie den bevorstehenden Brexit. Da der deutsche Arbeitsmarkt aber weiter boomt, hat das offenbar kaum Auswirkungen auf die persönlichen Erwartungen. Die Kauflaune ist zwar etwas gesunken, aber nach wie vor sehr hoch.

Positive Nachricht für die Konjunktur

Einkaufswagen mit Lebensmitteln

Einkaufswagen. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Und das wiederum ist eine positive Nachricht für die Konjunktur. Der Anteil des privaten Konsums am Bruttoinlandsprodukt liege hierzulande bei etwa 55 Prozent, sagte Bürkl. "Die Verbraucher entscheiden also zu einem großen Stück mit, wie sich die Dinge weiter entwickeln."

Die Konsumneigung wird laut GfK dadurch begünstigt, dass die Zinsen nach wie vor sehr niedrig sind und Sparen daher nicht attraktiv ist. Die Aussichten für 2019 bleiben günstig, heißt es in der GfK-Mitteilung. Risiken gibt es nach Einschätzung der Marktforscher aber durchaus: Eine weitere Eskalation im Handelskonflikt mit den USA oder ein unkontrollierter Austritt Großbritanniens aus der EU würden sicher auch das Konsumklima belasten.

Weihnachtsgeschäft leicht eingetrübt

Konsumverhalten zur Weihnachtszeit

Weihnachtsgeschäft. | Bildquelle: dpa

Wie das Weihnachtsgeschäft gelaufen ist, lässt sich noch nicht sagen. Die GfK hatte stabile Ausgaben vorhergesagt. Dagegen stellte das Ifo-Institut eine Eintrübung fest. "Wir beobachten eine gewisse Zurückhaltung der Konsumenten", sagte Ifo-Konjunkturexperte Klaus Wohlrabe. "Der Konsum läuft zwar nicht schlecht, aber angesichts der Einkommens- und Beschäftigungszuwächse könnte er eigentlich besser laufen." Das Geschäftsklima der Einzelhändler sank im Dezember auf 2,1 Punkte von 2,4 Zählern im November.

Die deutschen Einzelhändler wollten im Weihnachtsgeschäft erstmals mehr als 100 Milliarden Euro umsetzen. Die Einnahmen dürften im November und Dezember zusammen um 2,0 Prozent zum Vorjahreszeitraum auf 100,3 Milliarden Euro steigen, prophezeite der Branchenverband HDE. Bislang lief es allerdings noch recht schleppend, erklärte der Verband jüngst.

Damit würden die Steigerungsraten unter den Vorjahren bleiben. 2017 hatte es ein Plus von 3,8 Prozent gegeben, 2016 sogar von 4,6 Prozent. Jeder Kunde wollte laut einer HDE-Umfrage im Schnitt 472 Euro für Festtagsgeschenke ausgeben - knapp sieben Euro mehr als im vergangenen Jahr.

lg