ZEW-Konjunkturklimaindex November -24,7
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Erholung ZEW: Wann kommt denn nun die Rezession?

Stand: 12.11.2019, 11:34 Uhr

Die Lage bleibt mies, aber die Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten haben sich im November sehr positiv entwickelt. Hoffnungen auf eine Verbesserung des wirtschaftspolitischen Umfelds machen die Runde.

Der Saldo der Konjunkturerwartungen liegt jetzt bei minus 2,1 Punkten nach zuvor minus 22,8. Erwartet wurde eine Verbesserung auf lediglich minus 13,0 Punkte. Der Saldo der Lageeinschätzungen steht bei minus 24,7 nach minus 25,3 im Vormonat. Hier lagen die Erwartungen bei minus 22,3 Punkten.

"Die Hoffnung steigt, dass sich das internationale wirtschaftspolitische Umfeld in der näheren Zukunft verbessern wird", kommentiert ZEW-Präsident Achim Wambach. Die Chancen auf ein Abkommen zwischen Großbritannien und der Europäischen Union und damit auf einen geregelten Austritt Großbritanniens seien inzwischen erkennbar größer geworden.

ZEW-Chef Achim Wambach

ZEW-Chef Achim Wambach. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Hinzu komme, dass Strafzölle auf Autoimporte aus der EU in die Vereinigten Staaten weniger wahrscheinlich seien als vor einigen Wochen. "Auch eine Einigung im Handelskonflikt zwischen den USA und China scheint etwas näher zu rücken", sagte Wambach.

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"Überraschend positiv"

Patrick Boldt, Experte bei der Helaba, meint, der Anstieg des ZEW-Erwartungssaldos überrasche positiv und weise auf geringere Rezessionsrisiken in Deutschland hin. "Sollte sich dies bewahrheiten, werden Hoffnungen auf eine konjunkturelle Bodenbildung bestärkt."

Das deutsche Bruttoinlandsprodukt war im zweiten Quartal wegen schwächelnder Exporte um 0,1 Prozent geschrumpft. Im abgelaufenen Sommerquartal dürfte es erneut ein Minus gegeben haben, womit Deutschland erstmals seit dem Jahreswechsel 2012/13 in eine Rezession rutschen würde. Das Statistische Bundesamt veröffentlicht dazu am Donnerstag eine erste Schätzung.

Der Dax reagierte leicht freundlich auf die Veröffentlichung.

ts

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Stimmen zum ZEW-Index Experte wittert die Wende nach oben

Thomas Gitzel, Volkswirt bei der VP-Bank

Thomas Gitzel, Volkswirt bei der VP-Bank, Liechtenstein:
"Der wirtschaftliche Ausblick verbessert sich. Das muss nicht weiter verwundern. Einige wirtschaftliche Stolpersteine scheinen aus dem Weg geräumt. Die Handelskonflikte entspannen sich, es besteht mittlerweile Aussicht auf einen geregelten Austritt Großbritanniens aus der EU und die Notenbanken unterstützen weiterhin mit niedrigen Zinsen. Möglicherweise liegt also vorerst das Schlimmste an Hiobsbotschaften hinter der deutschen Volkswirtschaft."