ZEW-Konjunkturindex Dezember 2018: -17,5

Zweiten Anstieg in Folge "nicht überinterpretieren" ZEW-Konjunkturindex weniger schwach als erwartet

Stand: 11.12.2018, 11:37 Uhr

Börsenprofis blicken optimistischer auf die deutsche Konjunktur. Die ZEW-Konjunkturerwartungen stiegen im Dezember überraschend. Das sollte aber nicht überinterpretiert werden, mahnt die ZWE. Denn: Besonders die Lagebeurteilung stürzt weiter ein.

Mit minus 17,5 Punkten fällt der Index des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) im Dezember erheblich besser aus als erwartet, ein Anstieg von 6,6 Punkten gegenüber November. Das ist der zweite Anstieg in Folge. Experten hatten einen Dämpfer, nämlich einen Rückgang auf ein Minus von 25,0 Punkten prognostiziert.

"Der Anstieg der Konjunkturerwartungen im Dezember ist erfreulich, sollte aber nicht überinterpretiert werden", sagte ZEW-Präsident Achim Wambach. Die Einschätzung der konjunkturellen Lage habe sich sowohl für Deutschland als auch das Euro-Gebiet erheblich verschlechtert. Der entsprechende Indexwert fiel um 12,9 Punkte auf 45,3 Zähler. Damit ist der Indikator bereits den dritten Monat in Folge gesunken.

"Dies deutet auf ein relativ schwaches Wirtschaftswachstum im vierten Quartal hin", so Wambach. "Die Unsicherheiten wie etwa der schwelende internationale Handelskonflikt und der Brexit, die vor allem die privaten Investitionen und die Exporte Deutschlands negativ beeinflussen, bleiben nach wie vor bestehen."

Konjunktur weiter auf schwachem Niveau

Insgesamt bleibt auch das Konjunktur-Barometer auf schwachem Niveau. Der Index liegt weiter deutlich unter seinem langfristigen Durchschnitt von plus 22,5 Punkten. Im Oktober lag der Wert bei minus 24,7 Punkten, eine deutliche Verschlechterung gegenüber September und bisheriger Tiefpunkt des Jahres. Im November erholte sich der Index etwas, im Dezember nun weiter.

Kürzlich hatten die Wirtschaftsweisen ihre Wachstumsprognosen für die deutsche Wirtschaft spürbar gesenkt. Für 2018 veranschlagen sie nur noch einen BIP-Wachstum von 1,6 Prozent und für 2019 von 1,5 Prozent. Sie sind damit pessimistischer als die Bundesregierung und führende Forschungsinstitute.

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Dax und Euro im Aufwind

Der unerwartet gute Konjunkturindex hat dem deutschen Aktienmarkt im Fahrwasser der robusten Wall Street weiteren Auftrieb gegeben. Der Dax stieg über sein Vortageshoch und notierte am späten Vormittag 1,56 Prozent höher bei 10.787 Punkten. Am Devisenmarkt konnte der Euro seine leichten Kursgewinne nach Veröffentlichung der ZEW-Daten etwas ausbauen und erreichte ein Tageshoch bei 1,1391 US-Dollar.

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Stimmen zum ZEW-Index "Lage ein nicht zu verachtendes Risiko für Europa"

ZEW-Chef Achim Wambach

Achim Wambach, Chef des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW)
"Der Anstieg der Konjunkturerwartungen im Dezember ist erfreulich, sollte aber nicht überinterpretiert werden", warnte ZEW-Präsident Achim Wambach. Die Einschätzung der konjunkturellen Lage habe sich sowohl für Deutschland als auch das Euro-Gebiet erheblich verschlechtert. "Dies deutet auf ein relativ schwaches Wirtschaftswachstum im vierten Quartal hin", so Wambach. "Die Unsicherheiten wie etwa der schwelende internationale Handelskonflikt und der Brexit, die vor allem die privaten Investitionen und die Exporte Deutschlands negativ beeinflussen, bleiben nach wie vor bestehen."

tb