ZEW-Konjunkturindex November 2018: -24,1
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Schwaches BIP-Wachstum zeichnet sich ab ZEW-Konjunkturindex stagniert

Stand: 13.11.2018, 11:30 Uhr

Da könnte sich Ungemach zusammenbrauen über der deutschen Wirtschaft. Die ZEW-Konjunkturerwartungen bleiben auf schwachem Niveau und die Lagebeurteilung stürzt überraschend deutlich ab.

Mit minus 24,1 Punkten fällt der Index des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) im November etwas besser aus als erwartet, bleibt aber insgesamt auf schwachem Niveau. Experten hatten ein Minus von 25,0 Punkten prognostiziert. Im Oktober lag der Wert bei minus 24,7 Punkten, eine deutliche Verschlechterung gegenüber September und bisheriger Tiefpunkt des Jahres.

Für die Experten signalisiert der Wert eine schwache Entwicklung für die deutsche Wirtschaft im dritten Quartal. Zudem rechnen sie nicht mit einer schnellen Korrektur dieser Entwicklung. Geht der deutschen Wirtschaft also die Puste aus? Morgen werden die Zahlen zum deutschen BIP-Wachstum im dritten Quartal erwartet.

Konjunkturelle Lage "ganz erheblich verschlechtert"

Nicht nur die Erwartungen bleiben gedämpft, auch die gegenwärtige Lagebeurteilung fällt schwächer aus. Der November-Wert von 58,2 Punkten für den Lageindex liegt deutlich unter die vorausgesagten 65,0 Punkte und die 70,1 Punkte des Oktobers. ZEW-Präsident Achim Wambach sprach davon, dass sich die aktuelle konjunkturelle Lage in Deutschland "ganz erheblich verschlechtert" habe.

"Die Verläufe von Industrieproduktion, Einzelhandelsumsätzen und Außenhandel deuten auf eine schwache Entwicklung der deutschen Wirtschaft im dritten Quartal hin", kommentierte Wambach weiter.

Handelskonflikt zwischen China und den USA belastet

Patrick Boldt von der Landesbank Hessen-Thüringen stößt ins gleiche Horn. "Die Stimmung unter den Finanzmarktteilnehmern verschlechtert sich weiter. Zwar legen die Erwartungen leicht zu, dies muss aber im Kontext des starken Rückgangs der Lagebeurteilung gesehen werden. Belastet haben dürften die im Trend nachgebenden Aktienmärkte sowie Unsicherheiten in Bezug auf den 'Brexit' und Italien. Die Vorgaben für den kommenden Ifo-Geschäftsklimaindex sind per saldo negativ."

Der Dax präsentiert sich nach dem Ausverkauf des Vortages erholt und legt knapp 0,5 Prozent zu. Der Bund-Future legt leicht zu auf 160,33 Prozent. Der Euro weitet seine Verluste gegenüber dem Dollar aus auf aktuell 1,1230 Dollar

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Stimmen zum ZEW-Index "Himmel voller Damoklesschwerter"

ZEW-Chef Achim Wambach

ZEW-Chef Achim Wambach:
Dem ZEW-Chef schmecken die Zahlen nicht. Die Daten von Industrie, Einzelhandel und Außenhandel signalisierten "eine schwache Entwicklung der deutschen Wirtschaft im dritten Quartal", erklärte er. Die befragten Experten erwarteten vorerst keine Wende zum Besseren. "Sie gehen damit derzeit nicht von einer schnellen Korrektur der schwächeren Wirtschaftsentwicklung aus."