ZEW-Konjunkturklimaindex Oktober: -22,8
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Erneute Eintrübung im Oktober ZEW-Konjunkturerwartungen wieder gesunken

Stand: 15.10.2019, 11:40 Uhr

Nach der kurzen Aufhellung im September hat sich sich die Einschätzung der vom ZEW befragten zur konjunkturellen Entwicklung in Deutschland befragten Finanzprofis wieder eingetrübt.

So ist der Saldo der Lageeinschätzungen mit minus 25,3 Punkten auf den tiefsten Stand seit dem Frühjahr 2010 gefallen. Die Konjunkturerwartungen für Deutschland haben sich im Oktober auf minus 22,8 Punkten, nach minus 22,5, nur leicht verschlechtert. Experten hatten mit einem noch deutlicheren Rückgang gerechnet.

Die Erwartungen der Finanzmarktexperten/-innen an die Konjunkturentwicklung in der Eurozone sind ebenfalls gesunken. Der entsprechende Indikator fiel im Oktober auf minus 23,5 Punkte und lag damit 1,1 Punkte unter dem Niveau vom September. Der Indikator für die aktuelle Konjunkturlage im Eurogebiet rutschte dagegen recht stark um 10,8 Punkte auf einen neuen Wert von minus 26,4 Punkten ab.

Keine Verringerung der Konjunkturskepsis

Der leichte Rückgang der Konjunkturerwartungen sowie des Lageindikators für Deutschland zeige, dass die Finanzexperten/-innen nach wie vor von einer sich weiter verschlechternden Konjunktur in Deutschland ausgehen, kommentierte ZEW-Präsident Prof. Achim Wambach. "Die jüngst erzielte Einigung im Handelsstreit zwischen den USA und China scheint derzeit nicht zu einer Verringerung der Konjunkturskepsis zu führen", so der Experte.

Im September hatten sich die Erwartungen von minus 44,1 Punkten auf minus 22,5 deutlich aufgehellt. Schon damals warnte Wambach vor übertriebener Freude und sagte, die Zunahme der ZEW-Konjunkturerwartungen bedeute keine Entwarnung bezüglich der Entwicklung der deutschen Wirtschaft im kommenden halben Jahr.

Hoffnung auf eine Ende des Tiefs

Etwas differenzierter äußert sich dagegen Ralf Umlauf, Volkswirt bei der Helaba. So zeigten die neuesten Daten des ZEW zwar, dass die Stimmungswende nochmals aufgeschoben wurde und damit auch die Ifo-Erwartungen und Lageeinschätzungen negativ ausfallen dürften. Eine unmittelbare Aufhellung der konjunkturellen Perspektive zeichne sich somit nicht ab.

Vor dem Hintergrund der zuletzt erkennbaren Hoffnungen beim Brexit und den Zollverhandlungen zwischen China und den USA sollten die Konjunkturerwartungen jedoch allmählich ihr Tief durchschritten haben, so Umlauf.

Das Rezessionsgespenst

B5-Moderator Christian Sachsinger
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B5 Börse 16.15 Uhr: IWF senkt Konjunkturprognose

Das Bruttoinlandsprodukt ist im zweiten Quartal wegen schwächelnder Exporte um 0,1 Prozent geschrumpft. Im abgelaufenen Sommerquartal dürfte es erneut ein Minus gegeben haben, womit Deutschland erstmals seit dem Jahreswechsel 2012/13 in eine Rezession rutschen würde. Die Bundesregierung rechnet mit einer anhaltenden Flaute, sieht aber keine Konjunkturkrise heraufziehen. "Ein stärkerer Abschwung oder gar eine ausgeprägte Rezession sind gegenwärtig nicht zu erwarten", hieß es jüngst im Monatsbericht des Wirtschaftsministeriums.

Ob die Bundesregierung mit konjunkturellen Maßnahmen der Bundesregierung erfolgreich gegensteuern könnte, bleibt abzuwarten. Auch die Erfolgsaussichten der weiteren Lockerung der Geldpolitik sind nach Ansicht vieler Ökonomen gering.

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Am Finanzmarkt wurden die aktuellen Daten vom ZEW eher achselzuckend zur Kenntnis genommen. Der Dax notierte weiterhin oberhalb der Marke von 12.500 Punkten. Der Euro ist in Richtung 1,10 Dollar gerutscht.

lg