ZEW-Konjunkturindex Mai 2019: -2,1
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Experten machen in Optimismus ZEW-Konjunkturerwartungen trüben sich ein

Stand: 14.05.2019, 11:44 Uhr

Überraschend deutlich haben sich die vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) erhobenen Stimmungsdaten unter Finanzfachleuten wieder verschlechtert. Doch die Bewertung der aktuellen Lage verbessert sich.

Es ist ein gemischtes Stimmungsbild, das die vom Mannheimer Forschungsinstitut ZEW befragten Finanzexperten von der Konjunktur in Deutschland zeichnen.

So sind die Erwartungen im Mai um 5,2 Punkte auf minus 2,1 Punkte gesunken, nachdem sie im April noch auf einen positiven Wert von 3,1 gestiegen waren. Damit befindet sich der Indikator mehr als zuvor unter dem langfristigen Durchschnitt der ZEW-Konjunkturerwartungen von 22,1 Punkten.

Im gleichen Zeitraum hat sich die Bewertung der aktuellen konjunkturellen Lage für Deutschland um 2,7 Punkte verbessert. Der neue Wert für den Lageindikator steigt sogar auf 8,2 Punkte.

Womöglich stärkeres Wachstum im ersten Quartal

Die Entwicklung von Produktion und Exporten in Deutschland sowie die jüngste Schnellschätzung von Eurostat für das Wirtschaftswachstum im Eurogebiet im ersten Quartal hätten die Hoffnung genährt, dass auch die deutsche Wirtschaft im ersten Quartal stärker als vermutet gewachsen sein dürfte, kommentierte ZEW-Präsident Achim Wambach.

"Der Rückgang der ZEW-Konjunkturerwartungen zeigt, dass die Finanzmarktexperten/-innen für die nächsten sechs Monate weiterhin von einem verhaltenen Wirtschaftswachstum in Deutschland ausgehen. Die jüngste Eskalation des Handelskonflikts zwischen den Vereinigten Staaten und China erhöht erneut die Unsicherheit hinsichtlich der deutschen Exporte und damit eines zentralen Faktors für das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes."

Sorgenfalten bleiben erhalten

Die Erwartungen der Experten an die Konjunkturentwicklung in der Eurozone sinken ebenfalls. Der entsprechende Indikator sank im Mai auf minus 1,6 Punkte, 6,1 Punkte unterhalb des Wertes vom Vormonat. Der Indikator für die aktuelle Konjunkturlage im Eurogebiet steigt dagegen um 6,2 Punkte an und liegt aktuell bei minus 7,0 Punkten. Auch für die Wirtschaft der Eurozone bleibt der Konjunkturausblick somit recht verhalten.

Für Patrick Boldt, Volkswirt bei der Helaba, deuten die Ergebnisse daraufhin, dass auch der am Donnerstag anstehende Ifo-Geschäftsklima-Index negativ ausfallen dürfte. Auch würden mit den neuesten ZEW-Daten die "konjunkturellen Sorgenfalten" nicht geglättet, die Zinserwartung bezüglich der EZB nicht forciert.

Märkte reagieren kaum

Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung befragt monatlich rund 200 Analysten und institutionelle Anleger nach ihren mittelfristigen Erwartungen zur Konjunktur- und Kapitalmarktentwicklung. Der ZEW-Index gibt die Differenz der positiven und negativen Einschätzungen für die künftige Wirtschaftsentwicklung in Deutschland auf Sicht von sechs Monaten wieder.

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An den Finanzmärkten wurden die neuen Konjunkturerwartungen eher achselzuckend zur Kenntnis genommen. Der Dax tendierte am späten Vormittag mit rund 11.908 Punkten leicht oberhalb seines Eröffnungskurses. Und der Euro bewegt sich ohne große Ausschläge im Bereich von 1,1238 Dollar.

lg