ZEW-Konjunkturklimaindex Mai 2020

Überraschend heftiger Anstieg ZEW-Index: Ein Silberstreif

Stand: 19.05.2020, 11:45 Uhr

Ein sehr seltenes Bild: Analysten und Finanzinvestoren sind voller Zuversicht für die Konjunkturentwicklung in Deutschland - und schätzen die aktuelle trotzdem Lage deutlich schlechter ein als erwartet.

Weit klaffen die Einschätzung der gegenwärtigen Situation und die Hoffnung auf baldige Besserung auseinander. Der ZEW-Indikator, der diese Hoffnungen abbildet, liegt laut dem Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung für den Monat Mai bei 51 Punkten. Das ist ein enormer Anstieg von den 28,2 Zählern im Vormonat. Einen weiteren Monat zuvor, im März lag der Indikator sogar deutlich in der Minuszone. Volkswirte hatten für den aktuellen Umfragemonat nur einen kleinen Anstieg auf 30 Punkte erwartet.

"Wende im Sommer"

"Die Zuversicht wächst, dass es ab Sommer zu einer konjunkturellen Wende kommen wird", kommentierte ZEW-Präsident Achim Wambach am Dienstag. Dieser Aufholprozess werde allerdings "lange andauern", so Wambach. Experten rechnen erst für 2022 wieder damit, dass die Wirtschaftsleistung in Deutschland wieder das Niveau von 2019 erreicht.

Wie stark die Pandemie aber auch aus Sicht der Profis die deutsche Wirtschaft im Griff hat, zeigt der Lageindikator des ZEW. Er rutschte für den Monat Mai auf minus 93,5 Punkte ab. Volkswirte hatten hier mit minus 86,5 Punkten gerechnet.

Experten "erstaunt"

Experten wie Thomas Gitzel sind laut ersten Stellungnahmen "erstaunt" über aktuellen Werte. Es zeige sich daran aber auch, dass die Corona-Krise einzigartig sei. Einem beispiellosen konjunkturellen Einbruch stünden ebenso massive Eingriffe durch Konjunkturpakete und geldpolitische Maßnahmen gegenüber.

Am Aktienmarkt wird die schnelle Erholung der Konjunktur ohnehin schon "gespielt". Der Dax, der gestern die Marke von 11.000 Punkten wieder erklommen hatte, reagiert daher auch eher gelassen auf die neuen Zahlen.

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Das ZEW befragt allmonatlich rund 200 Analysten und institutionelle Anleger zur ihrer Einschätzung der gegenwärtigen Wirtschaftslage sowie zur erwarteten Konjunkturentwicklung.

AB