ZEW-Konjunkturindex Januar 2019: -15,0
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Finanzprofis gefasst ZEW-Konjunkturerwartungen gar nicht so schlecht

Stand: 22.01.2019, 11:30 Uhr

Finanzexperten blicken weniger pessimistisch auf die deutsche Konjunktur. Die ZEW-Konjunkturerwartungen stiegen im Januar überraschend leicht an. Für Entwarnung ist es aber aus Sicht der Profis noch viel zu früh. Das zeigt vor allem die Beurteilung der aktuellen Lage.

Mit minus 15,0 Punkten fällt der Index des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) im Januar besser aus als erwartet, das ist ein Anstieg von 2,5 Punkten gegenüber dem Dezember und damit der dritte Anstieg in Folge. Experten hatten einen Rückgang auf auf Minus 18,4 Punkten prognostiziert.

"Es ist bemerkenswert, dass sich die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland angesichts der zahlreichen weltweiten Konjunkturrisiken nicht weiter verschlechtert haben", kommentierte denn auch ZEW-Präsident Achim Wambach.

So schlecht wie zuletzt 2015

Allerdings: Die Einschätzung der konjunkturellen Lage hat noch einmal erheblich verschlechtert. Der entsprechende Indexwert fiel 45,3 auf 27,5 Zähler. Damit ist der Indikator bereits den vierten Monat in Folge gesunken. Und dies ist gleichzeitig die schlechteste Lagebewertung seit Januar 2015.

Das bemerkten auch Analysten wie die von der Helaba in ersten Stellungnahmen. "Die Lagebeurteilung liegt... deutlich unter den Erwartungen. Belastet haben dürften die Unsicherheiten in Bezug auf 'Brexit', Handelskonflikt und 'government shutdown'."

Damit seien auch die Vorgaben für die anstehenden Einkaufsmanagerindizes am Donnerstag und den kommenden Ifo-Geschäftsklimaindex negativ. Hoffnungen auf eine Belebung der konjunkturellen Dynamik würden durch die Datenveröffentlichung nicht belebt.

Dax & Co. ungerührt

An den Finanzmärkten hielten sich die Reaktionen am Dienstagvormittag eher in Grenzen. Der Dax verlor wenige Punkte und tendiert nun leicht im Minus. Beim Euro, der derzeit zu 1,1360 gehandelt wird, gab es keine Kursreaktion.

Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung befragt monatlich rund 300 Analysten und institutionelle Anleger nach ihren mittelfristigen Erwartungen zur Konjunktur- und Kapitalmarktentwicklung befragt. Der Index gibt die Differenz der positiven und negativen Einschätzungen für die künftige Wirtschaftsentwicklung in Deutschland auf Sicht von sechs Monaten wieder.

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AB