ZEW-Konjunkturindex April 2018: -8,2
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Internationale Krisen wirken belastend ZEW-Index fällt und fällt

Stand: 17.04.2018, 11:35 Uhr

Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland sind im April 2018 abermals deutlich zurückgegangen. Selbst Fachleute hätten nicht mit einem derart starken Rücksetzer gerechnet. Handelskonflikt und Syrienkrieg hinterlassen Spuren.

Der Indikator für die ZEW-Konjunkturerwartungen sinkt auf minus 8,2 Punkte. Das sind 13,3 Punkte weniger als im März und 26,0 Punkte weniger als im Februar. Experten haben mit einem Rückgang auf minus 1,0 Punkte gerechnet. Der langfristige Durchschnitt liegt bei 23,5 Punkten.

Im Juli 2016 war er zum letzten Mal in den negativen Bereich gerutscht. Insgesamt ist es der niedrigste Stand seit Ende 2012. Die Bewertung der aktuellen konjunkturellen Lage für Deutschland ist um 2,8 Punkte auf einen neuen Indexwert von 87,9 Punkten zurückgegangen.

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Internationale Konflikte dämpfen die Stimmung

"Der Rückgang der Erwartungen ist vor allem auf den internationalen Handelskonflikt mit den Vereinigten Staaten sowie die aktuelle Situation im Syrienkrieg zurückzuführen. Die deutlichen Rückgänge bei Produktion, Exporten und Einzelhandelsumsätzen in Deutschland im ersten Quartal 2018 wirken sich ebenfalls negativ auf die erwartete zukünftige Konjunkturentwicklung aus", kommentiert ZEW-Präsident Prof. Achim Wambach.

Patrick Boldt, Analyst bei der Helaba, kommentiert: "Die verschlechterte Beurteilung der Lage und der Erwartungen durch die Finanzmarktteilnehmer überrascht nur wenig, da die Sentix-Umfrage bereits enttäuscht hatte." Das Wachstumsszenario sei dennoch intakt. Die Entwicklung zeige aber, dass das Stimmungshoch inzwischen überschritten und eine Zunahme der konjunkturellen Dynamik nicht zu erwarten sei, so Boldt.

Ein Fall von Fehlsignal?

"Der ZEW-Index hat in den vergangenen Jahren häufiger Fehlsignale gegeben", meinen die Experten der Commerzbank. "Inwieweit die Wirtschaft derzeit tatsächlich wegen Trumps Protektionismus und anderer Faktoren an Fahrt verliert, werden kommende Woche die PMIs und das Ifo-Geschäftsklima zeigen."

Der Dax reagierte leicht negativ auf die unerwartet schwachen Konjunkturdaten. Der Euro hingegen gab zum Dollar kräftig nach.

ts