ZEW-Konjunkturindex September 2018: -10,6
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Stimmungstief überwunden? ZEW-Konjunkturerwartungen aufgehellt

Stand: 11.09.2018, 11:38 Uhr

Erneut besser als im Vormonat, aber noch immer nicht allzu optimistisch ist die Stimmung von Finanzmarktprofis. Die Erwartungen von knapp 200 Experten sind im September um 3,1 Punkte auf minus 10,6 Zähler gestiegen. An der Börse kommt das am Dienstag allerdings bislang nicht an.

Im Gegenteil: Der Dax setzte seine Rutschpartie am Dienstagvormittag sogar fort, nachdem die Ergebnisse des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) bekannt wurden.

Immerhin scheint das Stimmungstief der befragten Analysten und Fondsmanager aus dem Juli 2018 durchschritten. Denn nach den Augustwerten zeigen auf die aktuellen Konjunkturerwartungen nach oben. Der Septemberwert liegt mit minus 10,6 Punkten um rund drei Zähler über dem des August und 14,1 Punkte über dem Juli-Wert.

Weiter weit unter Durchschnitt

Allerdings rangieren die Erwartungen noch immer im negativen Bereich und weit vom langjährigen Durchschnitt entfernt - der liegt bei plus 22,9 Punkten. Weiterhin halten die Fachleute die deutsche Konjunktur also für anfällig. Laut ZEW-Präsident Achim Wambach hatten sich während der Umfrageperiode die Währungskrisen in der Türkei sowie in Argentinien verschärft.

Dax

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»Außerdem waren die deutsche Industrieproduktion und die Auftragseingänge im Juli überraschend schwach. Trotz dieser ungünstigen Einflüsse hat sich der Ausblick für Deutschland leicht verbessert. Die erheblichen Befürchtungen der Teilnehmer/innen hinsichtlich der Konjunkturentwicklung haben sich somit wieder etwas beruhigt, was auch auf das neue Handelsabkommen zwischen den USA und Mexiko zurückzuführen sein dürfte.«

Weniger Inflationsgefahr

Die Bewertung der aktuellen konjunkturellen Lage für Deutschland hat sich um 3,4 Punkte auf 76,0 Punkte verbessert. Der Erwartungsindikator für die Eurozone steigt um 3,9 Punkte auf einen neuen Wert von minus 7,2 Punkten. Der Indikator für die aktuelle Konjunkturlage im Euroraum geht um 1,7 Punkte leicht nach oben auf einen neuen Wert von 31,7 Punkten. Die Inflationserwartungen für die Eurozone sinken deutlich um 8,7 Punkte. Der neue Wert des Inflationsindikators beträgt nun 24,0 Punkte.

Auch Bankenvolkswirte sehen die aktuellen Umfrageergebnisse leicht positiv. Laut Ulrich Wortberg von der Helaba ist damit auch die Indikation für kommenden den Ifo-Geschäftsklimaindex freundlich. "Insofern werden Hoffnungen geweckt, dass die Phase der konjunkturellen Abschwächung ausläuft."

AB