ZEW-Konjunkturindex März 2018: 5,1
Audio

Index bricht ein ZEW: Der Optimismus ist dahin

Stand: 20.03.2018, 11:28 Uhr

Damit hatten selbst die größten Skeptiker nicht gerechnet: Die jeden Monat vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) ermittelten Konjunkturerwartungen sind im März regelrecht eingebrochen.

Sie sanken von 17,8 Punkten im Vormonat auf nur noch 5,1 Punkte, nach 20,4 Zählern im Januar. Analysten hatten lediglich mit einem Rückgang auf 13,0 Punkte gerechnet.

Für diese Zahl befragte das ZEW 211 Analysten und Profi-Anleger zu ihren Konjunkturerwartungen im kommenden halben Jahr. Konkret heißt die neue Zahl: Die Erwartungen der Finanzprofis für die nächsten sechs Monate haben sich drastisch eingetrübt.

Die Sorge vor einem durch die USA ausgelösten globalen Handelskonflikt lasse die Experten vorsichtiger in die Zukunft blicken, sagte ZEW-Präsident Achim Wambach. Als Belastung für die exportlastige deutsche Wirtschaft erweise sich auch der starke Euro. In Verbindung mit der immer noch sehr guten Lageeinschätzung sei der Ausblick aber weiterhin positiv.

Derzeit ist die Lage noch gut

Die aktuelle Lage beurteilen die befragten Experten allerdings nur wenig schlechter als im Monat zuvor. Der Teilindex ging von 92,3 Punkten auf 90,7 Punkte zurück. Hier hatten Experten einen Rückgang auf 90,0 Punkte erwartet.

Die Sorge um einen möglichen Handelskonflikt mit den USA belastet auch den Ausblick für die Eurozone. Der Erwartungsindikator fällt um 15,9 Punkte auf 13,4 Punkte. Auch die Einschätzung der konjunkturellen Lage in der Eurozone geht zurück. Der entsprechende Indikator fällt um 1,5 Punkte auf 56,2 Punkte.

Die Börse schenkt dem ZEW-Index keine Bedeutung. Der Dax pendelt unverändert um seinen Vortagesschluss. Der Euro ist bereits seit dem Morgen unter Druck geraten und im Vorfeld der für morgen erwarteten Zinsanhebung in den USA auf 1,23 Dollar gesunken.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
12.210,55
Differenz relativ
-0,22%
Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1,1438
Differenz relativ
+0,56%

Wirtschaftswachstum hält an

Für den ZEW-Index befragt das Mannheimer Institut jeden Monat 200 bis 300 Analysten und institutionelle Anleger nach ihren mittelfristigen Erwartungen zur Konjunktur- und Kapitalmarktentwicklung befragt. Die Umfrage gilt als einer der wichtigsten Stimmungsindikatoren Deutschlands.

Die Einschätzung belegt die Sorge vor einer möglichen Zunahme von Handelsbeschränkungen in der Welt. Dies könnte der überwiegend auf Ausfuhren basierenden deutschen Wirtschaft einen empfindlichen Dämpfer versetzen. Ende 2017 war die deutsche Wirtschaft noch um 0,6 Prozent gewachsen und die Bundesbank geht davon aus, dass sich der kräftige Aufschwung im laufenden Quartal fortsetzt. Für dieses Jahr sagen von Reuters befragte Ökonomen sogar ein Plus von 2,4 Prozent voraus.

lg