ZEW-Konjunkturindex September 2017
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Der Optimismus kehrt zurück ZEW: Bundestagswahl kein Risiko

Stand: 19.09.2017, 11:28 Uhr

Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland haben sich im September überraschend deutlich verbessert. Kurz vor der Bundestagswahl sind die Finanzmarktexperten ganz gelassen.

"Von der Bundestagswahl scheint jedenfalls keine besondere Unsicherheit auszugehen. Und auch die Sorge um das jüngste Erstarken des Euro tritt vorerst in den Hintergrund“, kommentiert ZEW-Präsident Achim Wambach die aktuelle Umfrage des Instituts.

Der Saldo der Konjunkturerwartungen beläuft sich demnach auf 17,0 nach 10,0 Punkten. Der Saldo der Lagebeurteilungen steht bei 87,9 nach 86,7 Punkten. Erwartet wurden Werte von 12,0 beziehungsweise 86,2.

Börsenerholung befeuert Optimismus

Nach dem Rückgang im Vormonat haben sich die Konjunkturerwartungen damit unerwartet deutlich verbessert. Das wundert allerdings mit Blick auf die jüngste Erholung am deutschen Aktienmarkt kaum: So hat der Dax seit seinem Tief Ende August mehr als 700 Punkte zulegen können.

Laut ZEW-Präsident Wambach dürften auch die "soliden Wachstumszahlen im zweiten Quartal" sowie der zuletzt kräftige Anstieg im Kreditgeschäft der Banken und anziehende Investitionen von Staat und Unternehmen ihr Scherflein zu den verbesserten Konjunkturerwartungen beigetragen haben.

Dax und Euro reagieren kaum

Die ZEW-Konjunkturerwartungen liefern eine positive Indikation für den kommenden Montag anstehenden Ifo-Index, das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
12.550,38
Differenz relativ
+0,08%
Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1,1693
Differenz relativ
+0,06%

Trotzdem halten sich die Marktreaktionen arg in Grenzen: Der Dax verharrt in einer ersten Reaktion im Minus. Der Euro kommt zwar etwas zurück, zeigt aber weiterhin Stärke zum Dollar: Die europäische Gemeinschaftswährung notiert aktuell knapp unter der Marke von 1,20 Dollar.

ag

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Die wichtigsten deutschen Konjunkturindikatoren boerse.ARD.de erklärt

Ifo-Geschäftsklimaindex
Der weitaus wichtigste konjunkturelle Frühindikator in Deutschland ist der Geschäftsklimaindex des Münchner Instituts für Wirtschaftsforschung (Ifo). Entsprechend aufmerksam verfolgen auch die Börsianer den Index, der gegen Ende jedes Monats veröffentlicht wird.

Für den Index befragen die Wirtschaftsforscher rund 9.000 deutsche Unternehmen, wie sie die aktuelle Geschäftslage und die Erwartungen für die kommenden sechs Monate einschätzen. Die Gegenwart müssen die Unternehmen mit "gut", "befriedigend" oder "schlecht" beurteilen. Bei dem Blick in die nahe Zukunft darf es gemäß Fragebogen "besser", "gleich" oder "schlechter" laufen. Das Ifo-Institut saldiert die Prozentanteile der positiven und negativen Antworten, gewichtet diese nach Branchen und bildet dann den Mittelwert. Das Ergebnis wird ins Verhältnis zum Basisjahr 2015 gesetzt.

Die Marktteilnehmer blicken fast ausschließlich auf die Veränderung des Gesamtindex im Vergleich zum Vormonat. Steigt der Index, hellt sich die Konjunkturlage in Deutschland auf. Sinkt er, trüben sich die Aussichten ein. Als besonders aussagekräftig gilt die Tendenz über mehrere Monate. Steigt der Ifo-Index drei Mal in Folge, lässt dies einen Konjunkturaufschwung erwarten.