ZEW-Konjunkturindex Dezember 2017
Audio

Leichter Rückschlag ZEW: Der Brexit dämpft die Erwartungen

Stand: 12.12.2017, 11:28 Uhr

Die Börsenprofis sind immer noch optimistisch, aber der Brexit schlägt ein wenig auf die Stimmung. Der ZEW-Index der Konjunkturerwartungen fällt leicht zurück.

Das ZEW-Barometer für die Konjunkturerwartungen im kommenden halben Jahr sinkt im Dezember um 1,3 auf 17,4 Punkte, wie das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit einem geringeren Rückgang auf 18,0 Zähler gerechnet. Das ZEW-Institut befragt monatlich mehr als 200 Analysten und Anleger. Die Konjunkturlage wurde von den Börsenprofis dagegen etwas positiver bewertet. Der Saldo der Lageeinschätzungen steht bei 89,3 Punkten nach 88,8 im Vormonat.

ZEW-Chef Achim Wambach

ZEW-Chef Achim Wambach. | Bildquelle: picture alliance / dpa

"Der Ausblick für die deutsche Wirtschaft für die nächsten sechs Monate ist insgesamt unverändert positiv", sagte ZEW-Präsident Achim Wambach. "Das derzeit noch unklare Ergebnis der Regierungsbildung in Deutschland hat die Konjunkturerwartungen nicht signifikant beeinflusst." Die Börsianer sähen jedoch einen negativen Einfluss auf den weiteren Verlauf der Brexit-Verhandlungen sowie anstehende Reformen der EU.

Starkes Wachstum 2018

In den ersten drei Quartalen war die deutsche Wirtschaft überraschend kräftig gewachsen. Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung erwartet für 2017 insgesamt ein Plus von 2,0 Prozent. Es wäre das achte Jahr in Folge mit einem Zuwachs. Für 2018 werden sogar 2,2 Prozent vorausgesagt.

Für Patrick Boldt, Volkswirt bei der Helaba, bleibt der ZEW auf hohem Niveau: "Der ZEW-Saldo der Konjunkturerwartungen und der hohe Index der Lageeinschätzungen bestätigen die freundlichen Wachstumsaussichten für das kommende Jahr", kommentiert der Experte.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
12.561,42
Differenz relativ
-0,98%
Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1,1726
Differenz relativ
+0,69%

Die Märkte reagieren relativ gelassen. Der Dax sackte um ein paar Punkte zurück auf das Vortagesniveau, hielt sich aber knapp in der Gewinnzone. Der Euro gab hingegen etwas stärker nach.

ts    

1/5

Die wichtigsten deutschen Konjunkturindikatoren boerse.ARD.de erklärt

Ifo-Geschäftsklimaindex
Der weitaus wichtigste konjunkturelle Frühindikator in Deutschland ist der Geschäftsklimaindex des Münchner Instituts für Wirtschaftsforschung (Ifo). Entsprechend aufmerksam verfolgen auch die Börsianer den Index, der gegen Ende jedes Monats veröffentlicht wird.

Für den Index befragen die Wirtschaftsforscher rund 9.000 deutsche Unternehmen, wie sie die aktuelle Geschäftslage und die Erwartungen für die kommenden sechs Monate einschätzen. Die Gegenwart müssen die Unternehmen mit "gut", "befriedigend" oder "schlecht" beurteilen. Bei dem Blick in die nahe Zukunft darf es gemäß Fragebogen "besser", "gleich" oder "schlechter" laufen. Das Ifo-Institut saldiert die Prozentanteile der positiven und negativen Antworten, gewichtet diese nach Branchen und bildet dann den Mittelwert. Das Ergebnis wird ins Verhältnis zum Basisjahr 2015 gesetzt.

Die Marktteilnehmer blicken fast ausschließlich auf die Veränderung des Gesamtindex im Vergleich zum Vormonat. Steigt der Index, hellt sich die Konjunkturlage in Deutschland auf. Sinkt er, trüben sich die Aussichten ein. Als besonders aussagekräftig gilt die Tendenz über mehrere Monate. Steigt der Ifo-Index drei Mal in Folge, lässt dies einen Konjunkturaufschwung erwarten.