Industrie Kunjunktur
Audio

Um die Wirtschaft steht's nicht ganz so schlecht Zeichen stehen auf "Weiche Landung"

Stand: 06.11.2019, 11:23 Uhr

Immer mehr spricht dafür, dass die krachende Rezession ausbleibt. So sind beispielsweise die deutschen Industrieaufträge gestiegen und die "Wirtschaftsweisen" sehen hierzulande keine tiefgreifende Rezession.

Die deutsche Industrie hat im September nach einem schwächeren Vormonat wieder deutlich mehr Aufträge erhalten. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts vom Mittwoch gingen 1,3 Prozent mehr Bestellungen ein als noch im August. Das war deutlich mehr als der von Analysten im Durchschnitt erwartete Zuwachs von 0,1 Prozent.

Größte Turbulenzen überstanden?

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1,1114
Differenz relativ
-0,18%

Das Auftragsplus könnte darauf hindeuten, dass die Wirtschaft in der Eurozone die größten Schwierigkeiten überstanden hat. Nach der Meldung stieg der Kurs des Euro an.

Das Wirtschaftsministerium hofft, dass die Industrie ihre Schwäche am Jahresende überwinden kann. "Aus dem Verlauf der Ordereingänge im Verarbeitenden Gewerbe ergibt sich eine eher günstige Ausgangsposition für das Jahresschlussquartal", erklärte es.

Jahresgutachten der "Wirtschaftsweisen": Keine Rezession

Grafische Darstellung mit vier Personen mit Sprechblasen

Experten. | Bildquelle: Unternehmen

Heute um 12:00 legen die "Wirtschaftsweisen" ihr Jahresgutachten vor. Wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" und die "Süddeutsche Zeitung" vorab berichteten, erwartet der Sachverständigenrat für das kommende Jahr ein Wirtschaftswachstum von 0,9 Prozent. Das ist weniger als die Bundesregierung veranschlagt hat. Berücksichtigt man außerdem, dass es 2020 mehr Arbeitstage gibt als in diesem Jahr, bleibt nur noch ein Plus von 0,5 Prozent. Der Sachverständigenrat sehe Deutschland trotz der schlechten Vorzeichen nicht in einer tiefgreifenden Rezession. Den Berichten zufolge rechnet das Expertengremium aber nicht mit einer schnellen wirtschaftlichen Erholung.

Olivier Marciot der Fondsgesellschaft Unigestion sagte in einer kürzlich veröffentlichten Studie: " (...) Die Anzahl der sich verbessernden Datenpunkte hat im Laufe des Monats zugenommen." Die Analyse von Unigestion zeige, "dass die Weltwirtschaft zwar moderat, aber weit entfernt von rezessiven Niveaus wächst".

Maschinenbau und Chemieindustrie tun sich schwer

Arbeiter reinigt Exzenterrad

Maschinenbau. | Bildquelle: picture alliance / Marijan Murat / dpa

Weniger erfreulich sind die Aussichten der deutschen Maschinenbauer. Wie der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) heute mitteilte, sind die Bestellungen innerhalb der vergangenen zwölf Monate um vier Prozent gesunken. Zwischen Januar und September seien die gesamten Bestellungen aus dem In- und Ausland um acht Prozent gefallen. Auch im September habe es weniger Aufträge gegeben. Einziger Lichtblick sei ein Auftragsplus von elf Prozent aus den Euro-Partnerländern. Insgesamt gebe es aber keinen Grund für Entwarnung. "Wir sehen nicht, dass die Belastungen in Folge der vielen Handelsstreitigkeiten und des zunehmenden Protektionismus nun nachlassen und die weltweite Investitionsneigung zunimmt", sagte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers.

Beleuchtete Chemiefabrik

Chemiefabrik. | Bildquelle: colourbox.de

Auch im Chemiegeschäft gibt es keine Trendwende. Aus dem aktuellen Quartalsbericht des Verbands der Chemischen Industrie (VCI) geht hervor, dass sowohl Umsatz und Nachfrage gegenüber dem Vorquartal weiter zurückgingen. Für das Gesamtjahr rechnet der Verband weiterhin mit einem Produktionsrückgang von sechs Prozent und einem sinkenden Branchenumsatz in Höhe von fünf Prozent auf rund 193 Milliarden Euro.

ms/dpa-AFX/rtr