Federal Reserve in Washington

Fed-Protokolle veröffentlicht Wenn schon Zinssenkung, dann eher moderat

Stand: 21.08.2019, 20:40 Uhr

Die amerikanische Notenbank versteht ihre Zinssenkung am 31. Juli als "Anpassung" ihrer Geldpolitik - nicht mehr, aber auch nicht weniger. Das geht aus dem Sitzungsprotokoll der jüngsten Zinssitzung hervor, auf der der Leitzins erstmals seit 2008 wieder gesenkt wurde.

Aus dem Protokoll (vom 31. Juli) geht weiter hervor, dass die meisten Sitzungsmitglieder des FOMC-Ausschusses die Zinssenkung als eine Anpassung in der Mitte des Zyklus verstanden wissen wollen. Damit bestätigten sie eine Formulierung von Notenbankchef Jerome Powell, die als Hinweis für eher wenige Zinssenkungen interpretiert wurde.

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Die Senkung würde helfen, die Inflation anzuschieben, hieß es weiter. Die Mitglieder gehen darüber hinaus weiter von einem anhaltenden Wachstum als Hauptszenario aus. Allerdings betonen sie auch die Notwendigkeit von Flexibilität für die Notenbank - und halten sich damit in guter Notenbankertradition ein Hintertürchen für stärkere Zinssenkungen offen. So wurde in den Protokoll ausdrücklich auf die Unsicherheit durch die Handelskonflikte verwiesen.

Unter den Mitgliedern des Ausschusses waren einige dafür, die Zinsen gar nicht zu senken, andere hätten sogar eine Kürzung von 50 Basispunkten befürwortet, hieß es weiter.

Märkte reagieren kaum

Der Aktienmarkt hatte zwar mit Spannung auf das Protokoll gewartet, die Reaktionen sind aber gering. Der Leitindex Dow Jones liegt gut eineinhalb Stunden vor Handelsschluss weiter rund ein Prozent im Plus und überspringt die Marke von 26.000 Punkten. Der Euro fällt leicht unter die Marke von 1,11 Dollar.

Der Markt blickt nun auf das morgen beginnende internationale Treffen der Notenbanker in Jackson Hole. Dabei wird auch eine Ansprache von Fed-Präsident Powell am Freitag erwartet.

rm/dpa