GfK-Konsumklimaindex Februar 2019, 10,8 Punkte

GfK-Barometer etwas besser Verbraucherstimmung hellt sich auf

Stand: 30.01.2019, 09:32 Uhr

Zu Jahresbeginn hat sich die Kauflaune der Deutschen überraschend etwas aufgehellt. Das zeigt das jüngste von der Nürnberger Marktforschungsinstitut GfK vorgestellte Barometer. Doch die Aussichten sind weniger günstig.

Die Verbraucherstimmung der Deutschen hat sich zu Jahresbeginn verbessert. Das Nürnberger Marktforschungsinstitut GfK geht für Februar von einem Konsumklimawert von 10,8 Punkten nach revidierten 10,5 Zählern im Januar aus, wie die GfK am Morgen in Nürnberg mitteilte. Das ist der höchste Stand seit Mai 2018. Ökonomen hatten mit einem Rückgang auf 10,3 Zähler gerechnet.

Als Grund dafür nennt das Marktforschungsinstitut steigende Einkommensaussichten und die zunehmende Anschaffungsneigung der Bürger. Für das Gesamtjahr 2019 wird eine Zunahme des privaten Konsums um 1,5 Prozent erwartet.

Schere geht auseinander

"Dies setzt allerdings voraus, dass die Verunsicherung der deutschen Verbraucher im Hinblick auf die Konjunktur nicht wesentlich zunimmt", sagte GfK-Experte Rolf Bürkl. Eine Eskalation im Handelsstreit etwa wäre für die Exportnation Deutschland ein schlechtes Signal. "Sollte dadurch die Angst vor Jobverlust bei den Arbeitnehmern wieder zunehmen, würde das unmittelbar das Konsumklima belasten und die Prognose gefährden."

Einkaufswagen mit Lebensmitteln

Einkaufswagen. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Das Stimmungsbild der Verbraucher ist ohnehin zwiegespalten: Obwohl die Konjunktur skeptischer bewertet wird, gehen die Verbraucher von weiter steigenden Einkommen aus. Die GfK erklärt dies mit der anhaltend guten Lage am Arbeitsmarkt.

Treiber der Konjunktur

"Der hohe und noch zunehmende Beschäftigungsstand in Verbindung mit dem Fachkräftemangel in einer Reihe von Branchen stärkt die Verhandlungsposition der Arbeitnehmer in den Tarifgesprächen", so die GfK. Das erhöhe auch die Neigung zu weiteren Anschaffungen. "Zumal auch die Alternative zum Konsum, das Sparen, weiterhin nicht attraktiv ist."

Und das wiederum ist eine positive Nachricht für die Konjunktur. Der Anteil des privaten Konsums am Bruttoinlandsprodukt liegt hierzulande bei etwa 55 Prozent. Die Verbraucher entscheiden also zu einem großen Stück mit, wie sich die Dinge weiter entwickeln.

Weniger Wachstum erwartet

Trotzdem verschlechtern sich die Erwartungen der Verbraucher an die deutsche Konjunktur. Der entsprechende Indikator fällt zum vierten Mal in Folge und erreicht den niedrigsten Wert seit knapp zwei Jahren. "Die Verbraucher gehen davon aus, dass die deutsche Wirtschaft weiter an Schwung verlieren wird." Die GfK nennt vor allem den Handelskonflikt zwischen den USA, China und der EU sowie die Hängepartie beim Brexit.

lg