GfK-Konsumklimaindex August 2019, 9,7 Punkte

GfK-Konsumbarometer Verbraucherlaune trotzt Rezessionsängsten

Stand: 28.08.2019, 08:54 Uhr

Rezessionssorgen und drohender Brexit können der Stimmung der deutschen Verbraucher bislang wenig anhaben, wie die neueste Studie des Marktforschungsinstituts GfK zeigt.

Für September prognostiziert die GfK einen unveränderten Wert ihres Konsumklimabarometers von 9,7 Punkten. Zuvor war der Wert drei Mal in Folge gesunken. Damit können Rezessionssorgen die Stimmung der deutschen Verbraucher bislang weniger trüben als befürchtet. "Trotz des konjunkturellen Gegenwindes bleibt das Konsumklima auf einem guten Niveau stabil", sagte Rolf Bürkl vom Marktforschungsinstitut am Mittwoch.

Die globale Konjunkturschwäche, Handelskonflikte sowie die nicht endende Debatte um den britischen EU-Ausstieg lassen die Wirtschaftsaussichten aus Sicht der Verbraucher jedoch mehr und mehr in ungünstigem Licht erscheinen. Damit steige das Risiko einer Rezession in Deutschland auch in den Augen der Konsumenten weiter, so Bürkl.

Bereitschaft zu Anschaffungen steigt

Zugleich stieg jedoch die Bereitschaft zur Anschaffung teurer Güter wie Autos oder Möbeln. Nach einem Plus von 2,5 Zählern klettert der entsprechende Indikator auf 48,8 Punkte. "Nach wie vor ist das Niveau als überaus zufriedenstellend zu bezeichnen", so GfK-Experte Bürkl. Damit trotze die Konsumneigung ebenso wie die Einkommenserwartung der gegenwärtigen konjunkturellen Abwärtsspirale.

Für eine weiterhin stabile Binnennachfrage sei es indes wichtig, "dass die Situation auf dem Arbeitsmarkt stabil bleibt", teilte die GfK mit. Sollte also der Arbeitsmarkt künftig an Stabilität einbüßen und ein spürbarer Anstieg der Arbeitslosigkeit drohen, "müsste auch die Konsumkonjunktur einen deutlichen Dämpfer hinnehmen".

Einkaufswagen mit Lebensmitteln
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Deutschlands Konsumenten bleiben die Stütze der Konjunktur

Rezession droht

Das Barometer für das deutsche Geschäftsklima war im August unerwartet deutlich um 1,5 auf 94,3 Punkte gefallen, den tiefsten Stand seit November 2012, wie das Münchner Ifo-Institut zu Wochenbeginn zu seiner monatlichen Umfrage mitteilte. Die Anzeichen für eine Rezession in Deutschland verdichten sich damit laut Ifo-Präsident Clemens Fuest. Das Bruttoinlandsprodukt war im Frühjahr um 0,1 Prozent geschrumpft. Bei einem zweiten Rückgang im laufenden Sommerquartal würde von Rezession gesprochen werden.

Die exportlastige deutsche Wirtschaft leidet unter Handelskonflikten und der Abkühlung der Weltkonjunktur. Das drückt auf die Stimmung der Unternehmen. Zum Jahresanfang war Europas größte Volkswirtschaft noch um 0,4 Prozent gewachsen.

lg