GfK-Konsumklima-Index Februar 2020

Guter Jahresstart Verbraucher sind viel besser drauf

Stand: 29.01.2020, 09:45 Uhr

Die Stimmung bei den deutschen Verbrauchern hat sich zum Jahresstart erheblich verbessert. Für Rückenwind sorgt demnach ausgerechnet auch Donald Trump.

"Eine erste Einigung im Handelsstreit zwischen den USA und China sorgt auch in Deutschland für Erleichterung", sagte GfK-Konsumexperte Rolf Bürkl. "Denn als Exportnation ist man gerade hierzulande auf einen freien und ungehinderten Warenaustausch angewiesen."

Der entsprechende Konsumklima-Index für Februar stieg leicht um 0,2 auf 9,9 Punkte. Die befragten Volkswirte haben sich dabei deutlich verschätzt. Sie gingen von einem Rückgang auf 9,6 Punkte aus. Im Vormonat hatte vor allem die Angst vor Strafzinsen noch schwer auf dem Konsumklima gelastet.

Die Erwartungen zum Einkommen der Verbraucher und die Neigung zu Anschaffungen hätten sich verbessert, teilten die Marktforscher mit. Zu der gehobenen Stimmung trügen anhaltend stabile Beschäftigungsverhältnisse und reale Einkommenszuwächse bei.

"Der positive Start des Konsumklimas in das Jahr 2020 bestärkt uns in der Einschätzung, dass der private Konsum auch in diesem Jahr eine wichtige Stütze der deutschen Konjunktur sein wird", betonte Bürkl. So sollen die privaten Konsumausgaben im laufenden Jahr real, also um Preisveränderungen bereinigt, um ein Prozent zulegen.

Eigentlich sehr gute Aussichten, wenn ...

Für den weiteren Verlauf des Jahres werde mitentscheidend sein, wie die Sozialpartner bei den anstehenden Tarifverhandlungen auftreten. "Den Gewerkschaften geht es wohl vor allem um Beschäftigungssicherung", sagte Bürkl. In der Autobranche werde im Fokus stehen, den Wandel zur Elektromobilität möglichst ohne radikale Schnitte zu vollziehen. "Es ist relativ unstrittig, dass Arbeitsplätze abgebaut werden", sagte Bürkl. Wichtig für das Konsumklima werde das Tempo sein. Auch das inzwischen in Deutschland angekommene Corona-Virus könne Folgen für den Konsumklima haben - etwa wenn es zu Rückgängen im Tourismus oder zur Unterbrechung von Lieferketten komme, sagte Bürkl.

ME/dpa/rtr