Leere Einkaufsstraße in Hamburg

GfK-Konsumklima-Barometer bricht ein Verbraucher in Lockdown-Angst

Stand: 22.10.2020, 08:58 Uhr

Die explodierende Zahl von Corona-Neuinfektionen drückt die Kauflaune der Bundesbürger. Der GfK-Konsumklimaindex für November trübte sich stärker ein als erwartet. Die Bereitschaft zum Kauf teurer Güter sinkt.

Die zweite Corona-Welle beunruhigt die deutschen Verbraucher. Etwa drei Viertel von ihnen gehen derzeit davon aus, dass die Corona-Pandemie eine große oder sehr große Bedrohung für sie darstelle. "Die Furcht steigt vor einem weiteren Lockdown, sollte das Infektionsgeschehen in den kommenden Wintermonaten außer Kontrolle geraten", sagte Rolf Bürkl vom Nürnberger Konsumforschungsunternehmen GfK. Die Kauflaune sei im Oktober deshalb deutlich gesunken, sagte er. "Der Optimismus der deutschen Verbraucher schwindet im Oktober spürbar."

GfK-Konsumklimaindex November 2020: -3,1

GfK-Konsumklimaindex.

Sommerlicher Optimismus vorbei

Das von der GfK am Donnerstag veröffentlichte Konsum-Barometer signalisiert für November einen Rückgang auf minus 3,1 Zähler. Das sind 1,4 Punkte weniger als im Oktober. Experten hatten einen Wert von minus 2,8 Punkten erwartet. Die zum Teil kräftige Erholung der Stimmung vom Frühsommer dieses Jahres ist damit zum Stillstand gekommen und lässt das Konsumklima wieder abrutschen.

Sowohl die Konjunktur- und Einkommenserwartungen als auch die Anschaffungsneigung gingen zurück. Die Verbraucher gehen offenbar davon aus, dass sich im Zuge steigender Infektionszahlen die bislang erhoffte rasche Erholung der Wirtschaft verlangsamt. Der Teilindex, der die Konjunkturerwartung der Bundesbürger misst, fiel nach fünf Anstiegen in Folge um 17 Punkte auf 7,1 Zähler.

Hälfte der Bundesbürger macht sich große Sorgen

Schwindender Konjunkturoptimismus drückt auch die Einkommensaussichten der Verbraucher im Oktober. Der entsprechende Indikator sackte um 6,3 Zähler auf 9,8 Punkte. Etwa die Hälfte der Bürger macht sich demnach große bis sehr große Sorgen, wenn es um die persönliche Zukunft geht.

Im Sog sinkender Einkommensaussichten sinkt auch die Bereitschaft zum Kauf teurer Güter wie etwa Möbel oder Autos. Mit einem Minus von 1,4 Punkten fällt der Rückgang des entsprechenden Barometers allerdings wesentlich geringer aus. Aktuell weist der Indikator laut GfK mit 37,0 Zählern "nach wie vor ein sehr zufriedenstellendes Niveau" auf.

Der Konsumklima-Index der GfK basiert auf einer monatlichen Umfrage. Für das aktuelle Barometer befragten die Nürnberger Konsumforscher vom 30. September bis 13. Oktober rund 2.000 Verbraucher nach ihren gesamten privaten Konsumausgaben.

nb