Auf ein beiges Buch geprägtes Bild der US Federal Reserve Bank

Beige Book vorgelegt US-Wirtschaft wächst moderat

Stand: 30.05.2018, 20:30 Uhr

Um Amerikas Konjunktur ist es derzeit gut bestellt. Das sieht auch die Notenbank Fed so. Sie bescheinigt der US-Wirtschaft, weiter auf moderatem Wachstumskurs zu sein.

Gebäude der US-Notenbank Fed in Washington

US-Notenbank Fed in Washington. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Die US-Wirtschaft wächst den amerikanischen Währungshütern zufolge dank einer steigenden Industrieproduktion moderat. In den meisten Regionen habe zudem die Beschäftigung mäßig bis moderat zugelegt, hieß es in dem am Mittwoch veröffentlichten Konjunkturbericht der US-Notenbank Fed ("Beige Book"). Gering bleibe in den meisten Gegenden jedoch weiterhin das Lohnwachstum. Einige der befragten Unternehmen hätten zudem Sorgen wegen handelspolitischer Unsicherheiten geäußert.

Börse reagiert kaum

Dow Jones (Indikation): Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum Intraday
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An den Finanzmärkten sorgte die Veröffentlichung des Konjunkturberichts für keine nennenswerten Bewegungen. Die Fed hatte Anfang Mai bei ihrem allmählichen geldpolitischen Straffungskurs eine Pause eingelegt und den Leitzins unverändert innerhalb einer Spanne von 1,50 bis 1,75 Prozent gelassen. Für die kommende Sitzung Mitte Juni wird an den Finanzmärkten inzwischen aber fest mit einer Zinserhöhung gerechnet

Der Leitindex Dow Jones, ist heute zumindest ebenfalls auf Erholungskurs. Der Dow steht aktuell rund 1,3 Prozent höher bei 24.685 Punkten. Auch die anderen großen US-Aktienindizes legen zu. Insgesamt liegt das aber weniger am Beige Book, sondern daran, dass sich die Märkte im Euroland Italien heute beruhigt haben. Die Sorgen um den Zusammenhalt der Eurozone waren am Vortag auch auf die Wall Street übergeschwappt.

Erleichterungen für den Banken-Eigenhandel

Die US-Notenbank Federal Reserve hat am Mittwoch außerdem einen Vorschlag für Änderungen an der sogenannten "Volcker-Rule" präsentiert, die als eine der zentralen Lehren aus der Finanzkrise vor zehn Jahren gilt. Die Währungshüter wollen mit der geplanten Neufassung Erleichterungen des Eigenhandels der amerikanischen Banken durchsetzen. Nach der Finanzkrise 2007 bis 2009 war den Geldhäusern verboten worden, gesicherte Kundeneinlagen für riskante Handelsgeschäfte auf eigene Rechnung zu nutzen.

Dem neuen Entwurf zufolge sollen Banken mit Handelsaktiva von mehr als zehn Milliarden Dollar den strengsten Regeln unterworfen werden. Danach folgen Geldhäuser mit zwischen einer und zehn Milliarden Dollar, die weniger streng reglementiert werden sollen. Bei Finanzinstituten mit weniger als einer Milliarde Dollar wollten die Aufseher künftig davon ausgehen, dass die Vorschriften eingehalten würden. Riskante Finanzwetten der Banken sollen damit auch künftig verhindert werden.

rm/ nb/ dpa/ Reuters