Präsident der Federal Reserve Jerome Powell

US-Wirtschaft Fed-Banker warnen vor schwieriger Erholung

Stand: 21.06.2020, 09:14 Uhr

Die US-Notenbank erwartet eine schwierige Erholung der amerikanischen Wirtschaft nach der Coronavirus-Krise. Fed-Chef Powell spricht von einer Herausforderung. Auch seine Kollegen sind pessimistisch, eine zweite Welle ist nicht ausgeschlossen.

Die Rückkehr werde Zeit und Arbeit benötigen, sagte Fed-Chef Jerome Powell in einer Videokonferenz. "Der vor uns liegende Weg dürfte eine Herausforderung werden." Zuvor hatte der Präsident Notenbank von Boston, Eric Rosengren, auf die ungebrochene Verbreitung des Virus in den USA hingewiesen.

"Bisher waren die Bemühungen in den USA zur Eindämmung des Virus nicht besonders erfolgreich", sagte Rosengren. Dies könnte letztlich darauf hinauslaufen, dass ein längerer Shutdown etwa mit Fabrikschließungen nötig wäre. Die Probleme könnten die Erholung bremsen und weitere Hilfen für die Konjunktur notwendig machen.

Basisszenario: Zweite Welle

Als dritter Notenbanker zeigte sich der Chef der Notenbank von Minneapolis, Neel Kashkari, pessimistisch. Die wirtschaftliche Erholung dürfte länger dauern, als die Fed noch vor wenigen Monaten angenommen hatte, schrieb er während einer von CNBC News organisierten Veranstaltung auf Twitter. Viele Arbeitsplätze würden erst spät zurückkehren. "Leider geht mein Basisszenario davon aus, dass wir in den USA eine zweite Welle des Virus sehen werden, vermutlich im Herbst." In diesem Fall dürfte die Arbeitslosigkeit wieder ansteigen.

Jobsuchende in New York

Jobsuchende in New York. | Bildquelle: picture-alliance/imageBroker

"Aggressive, proaktive Maßnahmen"

Die Fed hat mit Notfallprogrammen und Wertpapierkäufen dazu beigetragen, die US-Wirtschaft über Wasser zu halten. Powell hatte dem Kongress jüngst geraten, die von der Corona-Pandemie gebeutelte Wirtschaft weiter zu stützen: Es sei klug, sich weiter nach Möglichkeiten zur Unterstützung von Firmen und Haushalten umzuschauen.

Die Fed kann nach Worten ihres stellvertretenden Chefs Richard Clarida noch mehr zur Unterstützung der Konjunktur tun. "Wir haben sehr aggressive, proaktive Maßnahmen ergriffen", sagte Clarida in einem Interview mit dem Sender "Fox Business". "Es gibt noch mehr, was wir tun können, ich denke, es gibt mehr, was wir tun werden". Es gebe zum Beispiel keine Grenzen bei möglichen Käufen von Staatsanleihen durch die amerikanische Notenbank.

Unterdessen kommt die Ratingagentur Moody's zur Hilfe. Die Bonitätswächter halten die USA für einen supersoliden Schuldner und bestätigen ihr Spitzenrating.

ts/rtr