Arbeitslose in Brooklyn, New York

Corona-Krise schlägt zu US-Arbeitsmarkt: Das ganz dicke Ende kommt erst noch

Stand: 03.04.2020, 14:40 Uhr

Die Arbeitsmarktdaten für den März zeichnen ein beredtes Bild vom heftigen Abschwung der amerikanischen Wirtschaft. Doch das dürfte erst der Anfang sein.

Die Beschäftigtenzahl außerhalb der Landwirtschaft brach im März um 701.000 ein. Im Februar waren noch 273.000 Jobs geschaffen worden. Die Arbeitslosenquote schnellte von 3,5 auf 4,4 Prozent. Analysten hatten eine Quote von 3,8 Prozent erwartet.

"Die wirklich negativen Nachrichten kommen erst in den kommenden Wochen und Monaten", kommentierte Thomas Altmann, Portfoliomanager bei der Vermögensverwaltung QC Partners.

Besonders der Arbeitsmarktbericht für April, der am achten Mai ansteht, dürfte äußerst niederschmetternd ausfallen. "Der bisherige Rekord bei der Arbeitslosenquote aus dem Jahr 1982 liegt bei 10,8 Prozent. Bezogen auf den heutigen Arbeitsmarkt wären das knapp 18 Millionen Arbeitslose", so die Berechnungen der Commerzbank.

Die heute veröffentlichten Daten zeigen noch nicht im Ansatz die ganzen Auswirkungen der Corona-Krise. "Die Erfassungswoche für die Arbeitsmarktdaten ist die Woche, die den 12. eines Monats einschließt", hieß es von der Commerzbank. Für diese Woche hatten die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe nur bei 282.000 gelegen.

Erstanträge zeigen viel mehr als der Arbeitsmarktbericht

Wie schlimm die Lage wirklich ist, konnte man derzeit eigentlich nur aus der Entwicklung der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe herauslesen. Allein in den vergangenen beiden Wochen beantragten zehn Millionen Menschen zum ersten Mal Unterstützung - allein 6,65 Millionen in der vergangenen Woche. "Der Anstieg der Arbeitslosigkeit übertrifft somit die schlimmsten Befürchtungen. Das hohe Tempo der Entlassungen ist frappierend und stellt alles in den Schatten, was die USA am Arbeitsmarkt jemals erlebt hatten", kommentierte die Commerzbank.

Der bisherige historische Höchststand bei den wöchentlichen Erstanträgen war im im Oktober 1982 mit 695.000 erreicht worden.

Die Aktien- und Devisenmärkte und Euro reagierten kaum noch auf die Konjunkturdaten - viel von dem niederschmetternden Zahlen war schon in den Kursen enthalten.

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ME/dpa/rtr