Jobsuchende in New York

Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe USA: Über 20 Millionen Arbeitslose in vier Wochen

Stand: 16.04.2020, 15:24 Uhr

Die Corona-Krise sorgt für nie dagewesene Dimensionen: In der vergangenen Woche haben weitere 5,2 Millionen Amerikaner neu Arbeitslosenhilfe beantragt. Damit haben innerhalb eines Monats über 22 Millionen Menschen ihren Job verloren.

Der Vier-Wochen-Schnitt bei den Erstanträgen liege bei 5.508.500, teilte das US-Arbeitsministerium am Donnerstag mit. Allein in der Vorwoche hatten 6,6 Millionen Menschen einen Erstantrag auf Unterstützung gestellt.

Die Erstanträge gelten als Indikator für die kurzfristige Entwicklung des Arbeitsmarkts in der größten Volkswirtschaft der Welt. Sie deuten inzwischen auf einen dramatischen Wirtschaftseinbruch infolge der Corona-Krise hin. Bis zum März hatte die Zahl der Erstanträge noch regelmäßig unter 100.000 pro Woche gelegen.

"Der Arbeitsmarkt in den USA wird von der Pandemie und den damit verbundenen Einschränkungen des öffentlichen Lebens besonders hart getroffen", kommentierte Volkswirt Ulrich Wortberg von der Helaba. "Auch der Bausektor wird belastet und so dürften die BIP-Wachstumszahlen auch darunter leiden."

An der Wall Street reagierten die Anleger dennoch zunächst mit Käufen. Offenbar hatten manche Marktteilnehmer mit noch schlimmeren Daten nach dem Rekordwert der Vorwoche gerechnet.

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20 Millionen weitere Anträge?

"Der Rückgang der wirtschaftlichen Aktivität ist atemberaubend", sagte Chefökonom Joel Naroff vom Beratungshaus Naroff Economics. Volkswirte schätzen, dass die weltgrößte Wirtschaftsmacht im ersten Quartal um bis zu 10,8 Prozent geschrumpft sein könnte. Das wäre der stärksten Rückgang seit 1947. Im März brach der Umsatz der US-Einzelhändler so stark ein wie seit 1992 nicht mehr, während die Industrie ihre Produktion so stark drosselt wie seit 1946 nicht mehr.

"Einschließlich dieser Woche gehen wir derzeit davon aus, dass bis Ende Mai weitere 20 Millionen zusätzliche Anträge auf Arbeitslosenunterstützung gestellt werden", sagte Volkswirt Joseph Briggs von Goldman Sachs in New York. "Erst danach erwarten wir, dass die neuen Anträge auf ein Niveau fallen werden, das früheren Rezessionen entspricht."

la