München

UBS-Studie Akutes Risiko für Immobilienblase in München und Frankfurt

Stand: 01.10.2020, 13:10 Uhr

Die Schweizer Bank UBS hat die Preise für Wohnimmobilien in weltweit 25 Großstädten untersucht. In ihrem jährlich berechneten "Global Real Estate Bubble Index" stehen deutsche Städte ganz vorn.

Laut dem am Mittwoch veröffentlichten Index weist die Hälfte aller analysierten Städte ein Blasenrisiko oder eine deutliche Überbewertung am Markt für Wohnimmobilien auf. Dabei werden die lokalen Unterschiede hinsichtlich der wirtschaftlichen Bedingungen berücksichtigt. In die Berechnung fließen Kriterien wie Wohnungspreise und Mieten gemessen am Bruttoeinkommen sowie Hypothekenvolumen und Häuserbau gemessen an der Wirtschaftsleistung ein.

Das höchste Risiko für eine Immobilienblase bestehe dabei in zwei deutschen Städten. So zeigten München und Frankfurt die deutlichsten Anzeichen einer Überhitzung. Für die beiden Großstädte hat die UBS Werte von 2,35 und 2,26 Punkten berechnet. Bei mehr als 1,5 Punkten bestehe ein Blasenrisiko.

UBS Global Real Estate Bubble Index 2020

UBS Global Real Estate Bubble Index 2020. | Grafik: boerse.ARD.de

München belegte bereits im letzten Ranking von 2019 die Spitzenposition. Als Gründe für das anhaltende Risiko in München nennt Studienautor Matthias Holzhey beispielsweise die starke lokale Wirtschaft sowie einen Mangel an Wohnraum. In Frankfurt spielen vor allem die mit dem Wirtschaftsboom einhergehenden steigenden Wohnungspreise eine Rolle. Die Mieten für Wohnraum hätten sich seit 2010 um fast 40 Prozent verteuert, die Wohnungspreise wiederum hätten sich innerhalb eines Jahrzehnts gar verdoppelt.

Im weiteren Vergleich bestehe auch in Weltstädten wie Toronto, Hongkong, Paris, Amsterdam und Zürich ein akutes Risiko einer Immobilienblase. Als fair bewertet hingegen zählen die Städte Boston, Singapur, Madrid, Warschau, Mailand und Dubai.

Als Immobilienblase definiert die UBS eine starke und anhaltende Abweichung des Preisniveaus von Fundamentaldaten in Städten wie Einkommen, Wirtschaftswachstum und Bevölkerungswanderung.

acb