Demografie

Donald Trump

Wie zu Zeiten der Großen Depression der 30er Jahre Trump hat was gegen Verjüngung

von Bettina Seidl

Stand: 06.02.2017, 15:43 Uhr

Die Finanzwelt setzt auf den positiven Trump-Effekt. Aber schaut auch mal jemand auf das Demografie-Problem? Donald Trump sicher nicht. Dabei gibt es hier Gegenwind wie zu Zeiten der Großen Depression.

Wenn die Bevölkerung schrumpft, hat die Wirtschaft zu kämpfen. Zumindest wächst eine Vokswirtschaft schwerer, wenn es ihr nicht gelingt, beispielsweise ihre Produktivität zu verbessern. In den USA gibt es in puncto Demografie eine problematische Entwicklung: Die US-Bevölkerung wächst so langsam wie seit 1937 nicht mehr. Darauf macht eine Analyse der britischen Bank Standard Chartered aufmerksam. Und das ist Gift für die US-Wirtschaft.

Laut der neuesten Schätzungen des US-Statistikbehörde wuchs die US-Bevölkerung im vergangenen Jahr nur noch um 0,7 Prozent. Damit liegt man wieder auf 2013er Niveau - und es ist zugleich das niedrigste Wachstum seit 1937, als das Land mit der Großen Depression zu kämpfen hatte. "Das ist eine deutliche Erinnerung an die fortwährenden Produktivitätsherausforderungen. Sie werden seit der globalen Finanzkrise durch den demografischen Gegenwind noch stärker", schreibt Thomas Costerg in seiner Analyse.

Der vermeintliche Job-Präsident

Dow Jones (Indikation): Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum 10 Jahre
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Am US-Immobilienmarkt sei die Entwicklung bereits zu spüren, so Costerg. Die Zahl der neuen Haushalte war in den letzten fünf Jahren im Schnitt ein Drittel geringer als in der Dekade bis 2008, so Costerg. Damit verbunden ist eine geringere Nachfrage nach allem Möglichen, betroffen sind Bauherren genauso wie Malerbetriebe oder Anbieter von Haushaltsgeräten. Das verringert die Anzeize für Unternehmen, ihre Investitionen in den USA auszubauen. Und das, obwohl viele Anlagen und Geräte in die Jahre gekommen sind. Anlagegüter und Inventar der US-Bürger ist so alt wie seit 1955 nicht mehr. Das durchschnittliche Alter der Sachanlagen des US-Staates ist sogar so hoch wie noch nie zuvor.

Einwanderung könnte das Bevölkerungswachstum vorantreiben, es könnte zudem die Bevölkerung verjüngen und produktiver machen. Doch das ist wohl kaum der Weg eines Präsidenten Trump. Dabei will der Mann, der sich als "der größte Job-Präsident, den Gott je geschaffen hat" bezeichnete, Jahr für Jahr 2,5 Millionen neue Jobs schaffen. Ohne Einwanderung ist das kaum zu schaffen.

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