ZEW-Konjunkturklimaindex Juli 2020: 59,3

ZEW-Konjunkturerwartungen sinken wieder Stimmungsknick bei den Finanzprofis

Stand: 14.07.2020, 11:28 Uhr

Die rasante Ausbreitung des Corona-Virus' und die langfristigen Folgen für Wirtschaft und Unternehmen lassen die Konjunkturerwartungen sinken. Der aktuelle Wert liegt aber im Rahmen der Erwartungen.

Die Ausschläge bei Dax & Co. hielten sich am späten Vormittag in Grenzen, als das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) seine aktuellen Umfrageergebnisse mitteilte.

Der Index für die Erwartungen sank von 63,4 auf 59,3 Punkte, nachdem er sich in den vergangenen Monaten erholt hatte. Die befragten Volkswirte hatten im Schnitt mit einem nicht ganz so starken Rückgang auf 60,0 Zähler gerechnet.

Lage weiterhin schlecht beurteilt

Frappierend ist allerdings weiterhin die schlechte Bewertung der aktuellen Lage. Hier wurde nach der Befragung der Börsenprofis ein Wert von minus 80,9 Punkten ermittelt, die Prognosen lagen hier bei minus 65 Zählern. Im Vormonat Juni hatte der Erwartungswert mit minus 83,1 Punkten allerdings noch tiefer gelegen, eine nennenswerte Erholung bei der Lagebewertung gab es damit aber nicht.

Das ZEW befragt allmonatlich rund 200 Analysten und institutionelle Anleger zu ihrer Einschätzung zur gegenwärtigen Wirtschaftslage und zur erwarteten Entwicklung.

Wachstum in der zweiten Jahreshälfte?

"Die Expertinnen und Experten erwarten nach einem sehr schlechten zweiten Quartal einen allmählichen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts in der zweiten Jahreshälfte und Anfang 2021", kommentierte ZEW-Präsident Achim Wambach die Ergebnisse.

Das Bundeswirtschaftsministerium geht davon aus, dass "ab dem dritten Quartal" wieder mit BIP-Wachstum zu rechnen ist. Die Wirtschaftsweisen um den Freiburger Professor Lars Feld gehen für das zweite Quartal allerdings von einem Minus zwischen zehn und elf Prozent aus.

Der Erwartungswert für die Eurozone steigt für den aktuellen Monat um einen auf 59,6 Punkte an. Der Lagewert liegt mit minus 88,7 Punkten auch für den Euro-Raum tief im Minus.

AB