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Stimmen zum gestiegenen Ifo-Index "Schwung der Erholung nimmt ab!"

Jörg Angelé, Bantleon-Bank

Jörg Angelé, Bantleon-Bank:
"Der Ifo-Index hat noch einiges an Aufwärtspotenzial. Insbesondere die Beurteilung der aktuellen Geschäftstätigkeit hat noch ein gutes Stück Luft nach oben. Im verarbeitenden Gewerbe dürfte sich dies relativ unabhängig vom Fortgang der Pandemie materialisieren. Die Industrie profitiert derzeit von der sich normalisierenden Auslandsnachfrage. Hier würde lediglich ein zweiter 'harter' Lockdown zur Gefahr werden. Deutlich fragiler ist dagegen die Situation im Dienstleistungsbereich. Die neuerlichen Maßnahmen zur Eindämmung des Virus wie de facto Reisebeschränkungen treffen insbesondere die Branchen, die sich bisher kaum erholt haben (Personenluftverkehr, Beherbergungen, Gastronomie, Tourismus, Kunst und Kultur). Sollte es nicht gelingen, die Ausbreitung des Virus mit den bisher getroffenen Restriktionen zurückzudrängen, dürfte sich die Situation weiter zuspitzen. Eine solche Entwicklung würde die konjunkturelle Erholung und damit den ifo-Index merklich bremsen."

Stimmen zum gestiegenen Ifo-Index "Schwung der Erholung nimmt ab!"

Jörg Angelé, Bantleon-Bank

Jörg Angelé, Bantleon-Bank:
"Der Ifo-Index hat noch einiges an Aufwärtspotenzial. Insbesondere die Beurteilung der aktuellen Geschäftstätigkeit hat noch ein gutes Stück Luft nach oben. Im verarbeitenden Gewerbe dürfte sich dies relativ unabhängig vom Fortgang der Pandemie materialisieren. Die Industrie profitiert derzeit von der sich normalisierenden Auslandsnachfrage. Hier würde lediglich ein zweiter 'harter' Lockdown zur Gefahr werden. Deutlich fragiler ist dagegen die Situation im Dienstleistungsbereich. Die neuerlichen Maßnahmen zur Eindämmung des Virus wie de facto Reisebeschränkungen treffen insbesondere die Branchen, die sich bisher kaum erholt haben (Personenluftverkehr, Beherbergungen, Gastronomie, Tourismus, Kunst und Kultur). Sollte es nicht gelingen, die Ausbreitung des Virus mit den bisher getroffenen Restriktionen zurückzudrängen, dürfte sich die Situation weiter zuspitzen. Eine solche Entwicklung würde die konjunkturelle Erholung und damit den ifo-Index merklich bremsen."

 Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer

Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer:
"Der erneute Anstieg des Ifo-Geschäftsklimas im September geht zwar kaum auf bessere Geschäftserwartungen zurück. Aber in einer wirtschaftlich turbulenten Phase wie derzeit ist es viel wichtiger, dass die Unternehmen ihre aktuelle Lagebeurteilung positiver einschätzen. Die Erholung der deutschen Wirtschaft geht weiter, auch wenn sich das Aufwärtstempo nicht zuletzt wegen einer zweiten drohenden Corona-Welle verlangsamen wird."

Dr. Michael Holstein, Leiter Volkswirtschaft bei der DZ Bank

Michael Holstein, Leiter Volkswirtschaft bei der DZ Bank:
"Die deutsche Wirtschaft befindet sich auch im September weiter auf Erholungskurs, aber mit nachlassendem Tempo. Die Stimmung in den Chefetagen der Unternehmen hat sich im laufenden Monat weiter verbessert, doch das Plus war das kleinste seit dem historischen Tief im April. Wie auch andere Umfragen zeigen, hellt sich die Stimmung im Industriebereich aktuell deutlich auf. Hier gibt es zunehmend Lichtblicke auch im Auslandsgeschäft. Dagegen leiden viele Dienstleistungssparten unter den wieder steigenden Infektionszahlen und der damit verbundenen Unsicherheit über mögliche neue Einschränkungen. Dabei war es abzusehen, dass die Dynamik der Erholung nach den Sommermonaten nachlassen wird. Die Geschäftstätigkeit wird zumindest noch bis ins nächste Jahr, wenn hoffentlich ein Impfstoff verfügbar sein wird, merklich eingeschränkt bleiben."

Uwe Burkert, Chefvolkswirt der LBBW

Uwe Burkert, Chefvolkswirt der LBBW:
"Inzwischen ist schon wieder eine 'normale Zahl' erreicht, und auch die Schwankungen sind nicht mehr so extrem. Bemerkenswert, dass sich die Erwartungen nur noch minimal verbessert haben, aber die Lage recht deutlich zulegen konnte. Wir sehen daran: Was nach dem Lockdown im Frühjahr aufgeholt werden konnte, wurde aufgeholt. Dort, wo es schwieriger ist, wird es auch noch eine ganze Weile so bleiben, vor allem im Dienstleistungssektor. Im Schlussquartal wird es wahrscheinlich auch wieder Rücksetzer geben, sowohl bei den Frühindikatoren als auch in der Realwirtschaft. Aber alles in allem sind wir bislang besser durch die Pandemie gekommen, als das im März oder April zu befürchten war."

Dr. Friederike Köhler-Geib

Friederike Köhler-Geib, KfW-Chefvolkswirtin:
"Der anfangs hohe Schwung der wirtschaftlichen Erholung ebbt ab, die Zahl der Corona-Neuinfizierten steigt – eine ungesunde Mischung zum Beginn des Herbstes! Da kommt der fünfte Geschäftsklimaanstieg als Signal der Beruhigung gerade recht. Dennoch: Der leichte Teil der Erholung ist vorbei. Die gesundheits- wie auch die wirtschaftspolitischen Anstrengungen müssen nun darauf fokussieren, dass die konjunkturelle Besserung auch nach dem zu erwartenden BIP-Rekordwachstum im dritten Quartal noch in befriedigendem Tempo weitergeht. Wir haben es zu einem Gutteil selbst in der Hand, mit Vernunft, Rücksicht und dem konsequenten Einhalten der Infektionsschutzregeln erneute großflächige Lockdowns zu vermeiden. Mit Blick auf unsere Exportwirtschaft macht mir das Infektionsgeschehen in vielen anderen wichtigen Ländern allerdings einige Sorgen."