GfK Konsumklima-Index: -18,9

Verbraucher kehren zurück Konsumlaune steigt nach Lockerungen

Stand: 26.05.2020, 08:07 Uhr

Ein spürbarer Anstieg, aber immer noch ist die Stimmung unter den deutschen Konsumenten stark eingetrübt. Der GfK-Konsumklimaindex für den Monat Juni zeigt immerhin einen ersten Umschwung. Doch weiterhin rechnen die Konsumenten mit harten Zeiten.

Das Konsumklima in Deutschland hat sich nach dem Schock der Corona-Pandemie im Vormonat wieder ganz leicht erholt. Das Nürnberger Konsumforschungsinstitut GfK weist für den Juni einen Wert von minus 18,9 Punkten aus, das sind immerhin 4,1 Punkte mehr als noch in der Prognose für den Mai. Dies ist aber noch immer der zweitniedrigste Wert, der jemals für das Konsumklima in Deutschland gemessen wurde, so die GfK am Dienstagmorgen.

Bei der Anschaffungsneigung ist der Indexwert im Vergleich zur Prognose von vor einem Monat um zehn Zähler nach oben geklettert, auf einen Wert von 5,5. Dennoch ist im Vergleich zum Vorjahresmonat ein Minus von 45 Punkten zu verzeichnen.

Öffnung der Geschäfte hilft

Im Mai war das Konsumklima in Deutschland noch auf ein Rekordtief eingebrochen. "Die Verbraucher in Deutschland erholen sich im Mai ein wenig vom Schock, der durch die Covid-19-Pandemie ausgelöst wurde", so GfK-Experte Rolf Bürkl am Dienstag. Die schrittweise Öffnung vieler Geschäfte habe sicher dazu beigetragen, dass die Konsumneigung keine weiteren Einbußen hinnehmen müsse und sogar etwas zulegen könne. "Dennoch ist die Verunsicherung unter den Konsumenten groß."

Angst vor Jobverlust

Die Viruskrise trifft die Konjunktur mit voller Wucht. Sinkende Konsumausgaben und schrumpfende Investitionen ließen die deutsche Wirtschaft bereits zum Jahresanfang einbrechen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) fiel von Januar bis März um 2,2 Prozent zum Vorquartal und damit so stark wie seit der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 nicht mehr. "Die Konsumenten sehen die deutsche Wirtschaft bei weitem noch nicht über den Berg und eine schwere Rezession auf sich zukommen", sagte Bürkl. "Die Angst vor Jobverlust bleibt hoch und dies erweist sich neben den Einkommenseinbußen derzeit als ein wichtiges Konsumhemmnis." Darauf müssten sich Händler und Hersteller weiter einstellen.

Einbußen in vielen Haushalten

Die Wirtschaft werde nun schneller wieder hochgefahren, als noch vor einigen Wochen vermutet, erklärte Bürkl. "Damit steigt auch die Hoffnung der Verbraucher, dass ein Debakel auf dem Arbeitsmarkt verhindert wird." Die Konsumenten schätzten ihre künftige Finanzlage - nach dem drastischen Rückgang im Vormonat - nun wieder einen Tick besser ein. Dennoch führten Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit bei vielen Haushalten zu deutlichen Einkommenseinbußen. "Für eine Reihe von Selbstständigen, etwa aus dem Kulturbereich, ist noch kein Ende des Lockdowns abzusehen." Ihre Einkünfte liegen demnach weiter bei null. Die Bereitschaft, wieder größere Einkäufe anzugehen, hat sich derweil leicht erhöht.

AB/dpa/rtr