Jachten auf einer Luxus Lifestyle Schau in China

Vermögensreport Millionären gehört die Hälfte des weltweiten Vermögens

Stand: 20.06.2019, 08:18 Uhr

Die Zahl der Millionärshaushalte ist im vergangenen Jahr weiter gewachsen. Drei Promille der Weltbevölkerung besitzen laut einer Studie etwa die Hälfte des weltweiten privaten Vermögens.

Die Zahl der Millionäre ist im vergangenen Jahr laut einer Studie der Unternehmensberatung Boston Consulting Group um zwei Prozent gewachsen. Weltweit stieg sie auf 22,1 Millionen. Zwei Drittel der Millionäre leben in den USA. „Dahinter folgen mit den meisten Millionärshaushalten China (1,3 Millionen), Japan (1,1 Millionen) und die Schweiz (0,5 Millionen)“, heißt es im „Global Wealth Report“. Mit 0,4 Millionen Reichen landeten Großbritannien, Frankreich, Italien, Kanada und Deutschland auf Platz fünf.

Allerdings dürfte sich das Bild in den kommenden Jahren deutlich verändern, teilt die Beratungsfirma mit, die Vermögensverwalter in 97 Ländern befragt hatte. In Asien und in Afrika dürfte die Zahl der Millionäre bis 2023 um zehn Prozent zulegen, in Südamerika um neun Prozent. Weltweit werde die Zahl der Millionäre dann auf 27,6 Millionen zulegen. Bis 2023 werde das weltweite Vermögen um durchschnittlich sechs Prozent jährlich steigen.

Der Traum vom Ferrari in Guangzhou, China

Auch in China fahren sie Ferrari. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Aktienmarkt sorgt für Dämpfer

Das Vermögen der Reichen in der Welt ist im vergangenen Jahr indes langsamer gewachsen. Es legte 2018 währungsbereinigt nur noch um 1,6 Prozent zu und erreichte 206 Billionen Dollar. Im Jahr davor betrug das Plus noch sieben Prozent, sagte Studienautorin und BCG-Partner Anna Zakrzewski. Grund für den Dämpfer war zum einen die Talfahrt an den Aktienmärkten zum Ende des Jahres, die auch auf die Anlageportfolios durchschlug. Zudem wachse die Wirtschaft in Asien langsamer als zuletzt und die niedrigen Zinsen in Teilen Europas lasteten auf den Vermögen.

Drei Promille der Weltbevölkerung besitzen der Studie zufolge etwa die Hälfte des weltweiten Vermögens. Das private Finanzvermögen in Bargeld, Aktien, Wertpapieren und Fonds sei 2018 um 1,6 Prozent auf gut 179 Billionen Euro gewachsen, teilte BCG mit. Angeführt werde die Liste von US-Amerikanern mit 74 Billionen und Chinesen mit 18 Billionen Euro.

Das Finanzvermögen aller Deutschen sei 2018 um 1,9 Prozent auf 6,5 Billionen Euro gestiegen. Die Deutschen legten 41 Prozent ihres Finanzvermögens auf Sparkonten oder bar zurück, fast gleich viel hätten sie in Pensionskassen und Lebensversicherungen, nur 19 Prozent in Aktien.

Auch kleinere Vermögen wollen verwaltet werden

Das verhaltene Vermögenswachstum haben zuletzt auch die Banken zu spüren bekommen, die das Geld der Reichen verwalten. Um ihr Geschäft auch angesichts der etwas trüberen Aussichten anzukurbeln, sollten sie nicht nur auf Reiche und Superreiche setzen, sondern auch auf potenzielle Kunden mit einem Vermögen zwischen 250.000 und einer Million Dollar, empfahl BCG.

Denn dieses Segment werde in den kommenden fünf Jahren stark zunehmen. Allerdings ist es auch umkämpft - denn neben einigen Vermögensverwaltern bedienen diese Klientel auch normale Kleinkundenbanken, unabhängige Vermögensverwalter oder Discountanbieter.

1/10

Die reichsten Deutschen Forbes-Liste mit Glamour-Faktor

Aldi Süd Hinweisschild

Wie bereits in den Vorjahren sind auch 2018 die Aldi-Süd-Erben Karl Albrecht Junior und Beate Heister die reichsten Deutschen. Sie wurden zusammen geschätzt und kommen auf 36,1 Milliarden Dollar. Im weltweiten Ranking belegen sie damit Platz 23.

ts/rtr/dpa-AFX