Jerome Powell
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Zinserhöhung wie erwartet Jerome Powell bleibt auf Kurs

Stand: 21.03.2018, 20:09 Uhr

Die amerikanische Notenbank Fed betreibt unter ihrem neuen Chef Jerome Powell weiter zielgerichtet ihren Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik. Dabei vermeidet sie aber unangenehme Überraschungen.

Trotzdem gibt der Leitindex Dow Jones nach dem wie erwartet ausgefallenen Zinsentscheid aktuell seine anfänglichen Gewinne von knapp einem Prozent wieder ab und ist leicht ins Minus gerutscht. Alles findet aber in geordneten Bahnen statt, es gibt weder größere Schwankungen noch Unruhe. Allerdings wird mit dem Zinsentscheid auch klar, dass die Zeit des billigen Geldes sich zwar langsam aber stetig zu Ende geht. Nach dem Ende der Finanzkrise waren die Märkte von der Notenbank jahrelang mit Geld überschüttet worden.

Dow Jones: Kursverlauf am Börsenplatz Dow Jones Indizes für den Zeitraum Intraday
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Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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12.561,42
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Der Euro legt etwas zu und steht aktuell knapp an der Marke von 1,23 Dollar. Hier hatten Spekulanten wohl auf einen stärkeren Schritt der Notenbanker gesetzt. Der Dax schloss im Vorfeld der Zinssitzung am Mittwoch nahezu unverändert bei 12.309 Punkten, im Späthandel gibt der L/E-Dax leicht nach.

Kurs gehalten, Zins steigt um 25 Basispunkte

Wie die Fed am Abend bekannt gab, steigt der Leitzins um 25 Basispunkte auf ein Niveau zwischen 1,5 und 1,75 Prozent. Dies war erwartet worden. Es handelt sich um die erste Zinserhöhung der Fed in diesem Jahr und um ihre erste Zinsentscheidung unter dem neuen Notbankchef Jerome Powell. Die Entscheidung fiel einstimmig. Powell knüpft mit der moderaten Zinserhöhung an den Kurs seiner Vorgängerin Janet Yellen an, die 2017 die Zinsen bereits drei Mal angehoben hatte, allerdings nur in behutsamen Schritten von jeweils 25 Basispunkten.

Wichtig für die Märkte war vor allem, dass es für den weiteren Jahresverlauf bei zwei weiteren Zinsschritten bliebt. Auch 2019 sollen angesichts der boomenden Konjunktur und des leergefegten Arbeitsmarktes drei weitere Zinserhöhungen folgen. "Der Konjunkturausblick hat sich in den vergangenen Monaten aufgehellt", hieß es im Begleittext zum Zinsentscheid.

Gebäude der US-Notenbank Fed in Washington

US-Notenbank Fed in Washington. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Aktuell gibt Bankchef Powell eine Pressekonferenz, auf der er die Entscheidung erläutert. Er stellt dabei heraus, dass sich der Wirtschaftsausblick in den letzten Monaten verstärkt habe. Bei den Zinserhöhungen versuche man, einen Mittelweg zu finden, die jetzige Geldpolitik funktioniere sehr gut. Der Ausblick sollte nach Meinung des Fed-Chefs durch Änderungen in der Handelspolitik nicht verändert werden.

Wachstumsprognose leicht erhöht

Die Fed erhöhte gleichzeitig ihre Wachstums- und Inflationsprognosen für die kommenden Jahre leicht. Für 2018 wird nunmehr ein BIP-Wachstum von 2,7 Prozent erwartet nach bisher 2,5 Prozent. Der Inflationsausblick liegt bei 1,9 nach zuvor 1,8 Prozent. 2019 liegen die Zahlen beim BIP bei 2,4 nach zuvor 2,1 Prozent und bei der Inflation bei 2,1 nach zuvor 2,0 Prozent. Die Arbeitslosenquoten werden für 2018 bei 3,8 und für 2019 bei 3,6 Prozent erwartet, was auch leicht weniger ist als bisher prognostiziert. Für 2020 liegt die BIP Prognose unverändert bei 2,0 Prozent, die Inflationsrate bei 2,1 nach bisher erwartet 2,0 Prozent und die Arbeitslosenquote bei 3,6 nach bisher 4,0 Prozent.

rm/afp/rtr