Quelle: pa/dpa
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Tankan-Bericht signalisiert Optimismus Japans Wirtschaft im Vorwärtsgang

Stand: 02.10.2017, 08:40 Uhr

So hoch wie seit zehn Jahren nicht ist der Wert für die wichtigste Umfrage unter japanischen Unternehmen im September ausgefallen. Die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt steuert offenbar - endlich - auf ein dynamischeres Wachstum zu.

Um fünf Zähler auf 22 Punkte stieg der in der Umfrage unter japanischen Unternehmen aus der produzierenden Industrie ermittelte Index. Der Tankan-Bericht wird unter zum Ende eines Quartals angefertigt und gilt als wichtiger Stimmungsindikator des Landes. Rund 10.000 Firmen äußern sich bei der Umfrage, die die Bank of Japan durchführt zu ihren Zukunftsaussichten.

Gute Stimmung, aber auch "harte" Daten

Und die scheinen derzeit so rosig wie lange nicht. Die Stimmungsabfrage bestätigt einen Bericht der japanischen Notenbank, wonach die Wirtschaft im Land nach jahrelanger Stagnation nun wieder "moderat" wächst. Am Freitag vergangener Woche hatten auch "harte" Daten diesen Eindruck bestätigt. Im Land waren eine steigende Industrieproduktion und kletternde Verbraucherpreise für den Monat September gemeldet worden. Nicht zuletzt hatte auch der schwächere Yen gegenüber dem Dollar die Exportunternehmen in Japan wieder beflügelt.

Ein kleiner Makel bei der Betrachtung der Konjunktur scheinen allerdings der Dienstleistungsbereich und der private Konsum zu sein. Im Service-Sektor zeigte der Tankan-Bericht für das vergangene Quartal einen stagnierenden Wert von 23 Punkten. Und die Konsumausgaben verharren ebenfalls auf dem bestehenden Niveau. Experten zufolge warten viele Japaner mit höheren privaten Ausgaben auf deutliche Lohnerhöhungen.

Börse bleibt noch zögerlich

Nikkei 225: Kursverlauf am Börsenplatz Tokio SE für den Zeitraum 1 Jahr
Kurs
22.597,35
Differenz relativ
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Die frohe Kunde zur Wirtschaftslage ist am Morgen verhalten an der japanischen Börse aufgenommen worden. Der Nikkei-Index der 225 größten börsennotierten Konzerne beendete den Handel nur 0,2 Prozent im Plus bei 20.401 Punkten. Immerhin hat das Börsenbarometer im September einen Zuwachs von 3,6 Prozent geschafft.

Die Zurückhaltung der Anleger hat aber vor allem mit den politischen Querelen im Land zu tun. Am 22. Oktober will Ministerpräsident Shinzo Abe Neuwahlen abhalten. Der Sieg, den sich Abe ausrechnet, scheint aber seit kurzem nicht mehr ganz so sicher. Mit der Gouverneurin Tokios, Yuriko Koike, hat Abe eine ernst zu nehmende Konkurrentin bekommen, die sich an die Spitze einer neu formierten Partei gesetzt hat.

AB